Freitag, 20. Januar 2017

Kein Fake: "Trauung für Alle" auf nächstem Ev. Kirchentag geplant


Es ist schwer, etwas so Absurdes zu kommentieren. Mit diesem Banner wirbt der Deutsche Evangelische Kirchentag für eine Veranstaltung, bei der sich gleichgeschlechtliche Paare "trauen" lassen können. Wie soll man eine solche Veranstaltung bezeichnen: Untergang? Absurdität? Groteske?


Donnerstag, 19. Januar 2017

Amoris Laetitia führte zu Drei-Fraktionen-System

Christ-Erlöser-Kathedrale
Unmittelbar nach Erscheinen wurde das Nachsynodale Schreiben „Amoris Laetita“ von Papst Franziskus nicht nur sehr kontrovers diskutiert sondern auch widersprüchlich ausgelegt.

Diese wahre Interpretationsschlacht hinterließ zunehmend den Eindruck einer immer lauter werdenden Kakophonie.

Inzwischen hat diese Kakophonie das Episkopat erfasst, wie nicht anders zu erwarten war. Schließlich müssen die Bischöfe auf konkrete Anfragen der Gläubigen reagieren, die sich aufgrund der oben beschriebenen Situation verwirrt und verunsichert an ihre Hirten wenden.

Das linkskatholische Informationsportal Crux hat sich die Arbeit gemacht, eine Aufstellung der unterschiedlichen Positionen vorzunehmen. Wer den kompletten Text lesen möchte, möge diesen LINK anklicken.

Crux nennt zwei Parteien.

Partei A meint, Amoris Laetitia öffnet den Zugang zur Kommunion für die sog. wiederverheirateten Geschiedenen.

Partei B meint, Amoris Laetitia öffnet NICHT den Zugang zur Kommunion für die sog. wiederverheirateten Geschiedenen.

Es gibt eigentlich eine dritte Partei (Partei C) und zwar derjenigen, die der Meinung ist, die Öffnung beschränke sich auf sehr wenige Fälle bzw. auf Personen, die einen mehr oder weniger langen Weg der Buße hinter sich haben. Wenn man aber die verschiedenen Stellungnahmen liest, kann man noch mehr Schattierungen erkennen.

Wir geben hier die Aufstellung Crux wieder, ohne groß auf die Schattierungen in der Diskussion einzugehen.

Partei A: PRO Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene

Die Bischofskonferenz von Malta. Ihre Handreichung ist zurzeit die liberalste von allen. Sie haben sogar dem Gewissen des Einzelnen die endgültige Entscheidung überlassen.

Bischof Robert McElroy von San Diego (USA). Diesem Bischof ist die Öffnung für die wiederverheirateten Geschiedenen noch viel zu wenig und er hat gleich andere Gruppen einbezogen, wie etwa die Homosexuellen. Er bildet sozusagen den Pol am linken Rand.

Die Bischöfe von Buenos Aires, Argentinien. Diese vertreten die Idee, in Einzelfällen könnte man Ausnahmen gewähren. Sie sind sozusagen die Vorreiter der Partei C.

In der Crux-Liste befindet sich nicht die Deutsche Bischofskonferenz. In einer ersten Stellungnahme hat sie sich offen für die Ja-Regelung in Einzelfällen gezeigt und konkrete Richtlinien angekündigt. Diese gibt es allerdings bis heute nicht, wahrscheinlich, weil es innerhalb der deutschen Bischöfe wohl keine Einheit in dieser Frage gibt.

Zur Ja-Partei gehören auch Kardinal Walter Kasper, Kardinal Kevin Farrell (USA), der liberale Kardinal Blase Cupich von Chicago (USA) und natürlich der Wiener Kardinal Christoph Schönborn. Diese Kardinäle haben allerdings keine amtlichen Stellungnahmen abgegeben, sondern sich (lediglich) in Interviews, Zeitungsbeiträgen und Ähnlichem ausgesprochen.

Besonders wichtig in dieser Partei ist Roms Kardinalvikar Agostino Vallini, der sich für die Einzelfall-Regelung ausgesprochen hat, jedoch nicht in einem amtlichen Dokument.

Auf der Crux-Liste befinden sich nicht die Bischöfe der Philippinen, die sich zwar für eine Öffnung ausgesprochen, entsprechende Richtlinien aber noch nicht verfasst haben.

Partei B: Contra Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene

Bischof Steven Lopes des persönlichen Ordinariats Kathedra Petri (USA). Er lobt überschwänglich Amoris Laetitia in einem Hirtenbrief und beschwert sich, manche würden das päpstliche Schreiben für ihre liberale Agenda missbrauchen.

Erzbischof Charles Chaput von Philadelphia. Er war wohl der erste, der sich klar positioniert hat. Auf der Synode hat er schon erkannt, dass der Progressismus einen wahren Durchmarsch plante.

Die Bischöfe Albertas und der Nordwest-Territorien in Kanada.

Bischof Thomas J. Olmsted von Phoenix (USA), allerdings nicht in einer amtlichen Stellungnahme.

Bischof James Conley von Lincoln, Nebraska (USA), ebenfalls nicht in einer amtlichen Stellungnahme.

Selbstverständlich gehören zu dieser Gruppe die sog. Dubia-Kardinäle Raymond Burke, Walter Brandmüller, Joachim Meisner und Carlo Caffarra.

Diese Kardinäle wurden von etlichen Prälaten, wie etwa Kardinal Paul-Josef Cordes, Weihbischof Laun etc. unterstützt.

Kardinal Ennio Antonelli äußerte sich auch ablehnend für jede Öffnung in einem Artikel.

Auf der Crux-Liste sind nicht die drei Bischöfe Kasachstans, die vor wenigen Tagen einen Gebetsaufruf zur Verteidigung der Lehre der Kirche über die Ehe veröffentlicht haben: Tomash Peta, Erzbischof Metropolit der Erzdiözese der Heiligen Maria in Astana, Jan Pawel Lenga, Emeritierter Erzbischof-Bischof von Karaganda und Weihbischof Athanasius Schneider.

Auf der Crux-Liste findet man auch nicht etliche Bischöfe Polens, die sich zwar sehr dezidiert für die traditionelle Position ausgesprochen haben, dies aber nicht in amtlichen Stellungnahmen taten.

Solange Papst Franziskus sich nicht äußert und die wahre Lehre der Kirche über die Ehe bekräftigt, kann diese Zersplitterung nur zunehmen.

Greift "Katholisch.de" jetzt zur Dauerpolemik gegen lehramtstreue Katholiken?

Hat klares Feindbild: Katholisch.de. Screenshot
Von einem Informationsportal der deutschen Bischofskonferenz – gemeint ist katholisch.de - würde man normalerweise eine objektive und einigermaßen neutrale Berichterstattung des katholischen Lebens ins Deutschland und auf der Welt erwarten.

Doch in Wahrheit ist dieses mit Kirchensteuergeldern finanzierte Internetportal häufig ein Stimmungsmacher für die progressistische Agenda in Deutschland. So verging beispielsweise im Vorfeld der Familiensynode im Herbst 2015 kaum ein Tag, in welchem nicht ein wichtigster Punkt der Lehre der Kirche über die Ehe oder die Sexualmoral nicht angegriffen wurde (Link: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.it/2015/09/betreibt-katholischde-dekonstruktion.html)

Inzwischen ist katholisch.de ein Schritt weiter gegangen und hat es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, jeden, der eine liberale Auslegung von Amoris Laetitia kritisiert, mit Schmähkritik zu überschütten.

So wurden die vier Dubia-Kardinäle Burke, Brandmüller, Meisner und Caffarra mit den Mördern Brutus und Cassius verglichen. So wertet man bei katholisch.de eine Anfrage beim Papst, er möge zu gewissen Punkten in seinem Schreiben Amoris Laetitia Stellung nehmen. Fragen zu stellen (in Form von Dubia) wird mit einem Cäsarenmord in Zusammenhang gebracht.

In den letzten Tagen ist die Zahl der skeptischen Stimmen angewachsen und katholisch.de sinniert, was diese Kritiker antreibt.

Die Antwort ist schnell gefunden: Der Hass.

Weil man sowas im Zeitalter von Fake-News nicht für möglich hält, hier ein Zitat: „Es sind die selbsternannten Bewahrer der Lehre, die vor allem mit "Amoris laetitia" und der Zulassung Wiederverheirateter zur Eucharistie überfordert zu sein scheinen. Innerlich zerrissen zwischen Papst- und scheinbarer Lehramtstreue nehmen ihre Äußerungen – vom US-Kardinal bis hin zum deutschen Blogger – immer absurdere Züge an. Man spricht dem Lehrschreiben die Verbindlichkeit ab, fordert eine Klarstellung, will Franziskus formal korrigieren oder plädiert dafür, doch erst einmal auf den eigenen Bischof statt auf den Papst zu hören. Ab und zu fallen sogar Worte wie "Häretiker" oder "Schisma". Doch woher kommt all der Hass? Wovor haben die konservativen Katholiken eigentlich Angst?“

Die abfälligen Bemerkungen richten sich nicht gegen eine unbenannte Gruppe. Nein, es sind die „konservativen Katholiken“, die angeblich von Hass angetrieben werden, die sich für „selbsternannte Bewahrer der Lehre“ halten, die eine Haltung einnehmen, die „immer absurdere Züge“ trage.

Wohlgemerkt: Unter diesen Personen befindet sich selbst jemand wie Kardinal Carlo Caffarra, einer der anerkanntesten Moraltheologen der Gegenwart. Auch der päpstliche Ehrenprälat, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, Kardinal Walter Brandmüller, ist demzufolge lediglich von Hass angetrieben.

Dass diese beiden und viele andere, die Amoris Laetitia kritisiert haben, wie etwa der Philosoph Robert Spaemann, zahlreiche Bücher veröffentlicht haben, muss nicht eigens erwähnt werden.

Für katholisch.de spielt das alles keine Rolle. Das alles sind Personen, die aus der Zeit gefallen sind und eben aus Hass handeln.

An dieser Stelle fragt man sich, was im Kopf der Verantwortlichen dieses Informationsportals der deutschen Bischofskonferenz vorgeht. Sind sie dermaßen von Narzissmus befallen, dass sie nicht merken, wie abfällig und überheblich sie über andere urteilen? Ist das etwa die Art und Weise, wie die katholische Kirche in Deutschland das Herz der Menschen für den Glauben gewinnen will? Offensichtlich nicht.

Die hier erwähnten Artikel in katholisch.de sind nichts anderes als Symptome der Krise der Kirche in Deutschland. Eine Krise, die verstärkt wird, weil Personen und Organisationen, die ihre eigene progressistische Agenda voranbringen wollen (und dazu gehört auch der Kampf gegen die lehramtstreuen Katholiken) wichtige Positionen im Kirchenapparat okkupiert haben.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Sorge um die Lehre über die Ehe: Gebetsaufruf der Bischöfe Kasachstans

Kathedra Petri von Bernini (Sankt Peter). Foto: Ricardo André Frantz Wikimedia Commons Lizenz https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en 
Aufruf zum Gebet:
damit Papst Franziskus die unveränderliche Praxis der Kirche
von der Wahrheit der Unauflöslichkeit der Ehe bekräftige

Aufruf Seiner Exzellenzen

+ Tomash Peta, Erzbischof Metropolit der Erzdiözese der Heiligen Maria in Astana
+ Jan Pawel Lenga, Emeritierter Erzbischof-Bischof von Karaganda
+ Athanasius Schneider, Weihbischof der Erzdiözese der Heiligen Maria in Astana

Nach der Veröffentlichung des Apostolischen Schreibens Amoris laetitia wurden in einigen Teilkirchen Durchführungsbestimmungen und Interpretationen veröffentlicht, laut denen die Geschiedenen, trotz des sakramentalen Bandes, das sie an ihren rechtmäßigen Ehegatten bindet, dennoch die Ehe zivil mit einem neuen Partner geschlossen haben , zu den Sakramenten der Buße und der Eucharistie zugelassen werden, ohne der von Gott vorgeschriebenen Pflicht nachzukommen, die Verletzung ihres sakramentalen Ehebandes zu beenden.

Das Zusammenleben more uxorio mit einer Person, die nicht der rechtmäßige Ehegatte ist, stellt eine Beleidigung des Heilsbundes dar, dessen Zeichen die sakramentale Ehe ist (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 2384), und ebenfalls eine Beleidigung des bräutlichen Charakters des eucharistischen Geheimnisses. Papst Benedikt XVI. hat auf diesen Zusammenhang mit Nachdruck hingewiesen: "Die Eucharistie stärkt in unerschöpflicher Weise die unauflösliche Einheit und Liebe jeder christlichen Ehe. In ihr ist die eheliche Bindung kraft des Sakraments innerlich verknüpft mit der eucharistischen Einheit zwischen dem Bräutigam Christus und seiner Braut, der Kirche (vgl. Eph. 5,31-32)" (Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 27).

Hirten der Kirche, die es dulden oder es sogenannten "wiederverheirateten" Geschiedenen sogar erlauben - wenn auch in Einzelfällen oder ausnahmsweise - das Sakrament der Eucharistie zu empfangen, ohne dass sie das "Hochzeitsgewand" tragen, obwohl Gott selbst in der Heiligen Schrift (vgl. Mt. 22,11 und 1 Kor 11,28-29) es mit Blick auf eine würdige Teilnahme am eucharistischen Hochzeitsmahl vorgeschrieben hat, wirken auf diese Weise mit an einer ständigen Beleidigung des Bandes des Ehesakraments, der bräutlichen Verbindung zwischen Christus und der Kirche und der bräutlichen Verbindung zwischen Christus und der Seele, die Seinen eucharistischen Leib empfängt.

Mehrere Teilkirchen haben pastorale Richtlinien erlassen oder empfohlen mit dieser oder einer ähnlichen Formulierung: "Sollte dann diese Entscheidung [in Enthaltsamkeit zu leben] wegen der Stabilität des Paares schwierig zu praktizieren sein, schließt Amoris laetitia die Möglichkeit, zur Beichte und zur Eucharistie zu gehen, nicht aus. Das bedeutet eine gewisse Öffnung wie im Fall, wo die moralische Gewissheit vorhanden ist, dass die erste Ehe nichtig war, aber die Beweise fehlen, um dies vor Gericht beweisen zu können. Es kann also niemand anderes als der Beichtvater sein, der an einem bestimmten Punkt, nach reiflicher Überlegung und Gebet vor seinem Gewissen die Verantwortung vor Gott und dem Pönitenten zu übernehmen hat und der bittet, dass die Zulassung zu den Sakramente auf diskrete Weise geschehe."

Die erwähnten pastoralen Richtlinien widersprechen der universalen Tradition der katholischen Kirche, die, was die Wahrheit der Unauflöslichkeit der Ehe betrifft, durch den ununterbrochenen Petrusdienst der Päpste immer treu und ohne den Schatten eines Zweifels oder der Zweideutigkeit sowohl in der Lehre als auch in der Praxis bewahrt wurde.

Die obenerwähnten Bestimmungen und pastoralen Richtlinien widersprechen zudem in der Praxis den folgenden Wahrheiten und Lehren, die die katholische Kirche ununterbrochen und als sicher gelehrt hat.

• Die Befolgung der Zehn Gebote Gottes, besonders des Sechsten Gebotes, ist ausnahmslos für jede Person immer und in jeder Situation verbindlich. In diesem Bereich können keine Ausnahmefälle oder -situationen zugelassen werden, ebenso wenig kann hier von einem vollkommeneren Ideal gesprochen werden. Der heilige Thomas von Aquin sagt: "Die Vorschriften des Dekalogs beinhalten die Absicht des Gesetzgebers selbst, nämlich Gottes. Daher lassen die Vorschriften des Dekalogs keine Dispens zu" (Summa theol., 1-2, q. 100, a. 8c).

• Die moralischen und praktischen Anforderungen, die aus der Befolgung der Zehn Gebote Gottes folgen, und besonders aus der Unauflöslichkeit der Ehe, sind nicht einfache Normen oder positive Gesetze der Kirche, sondern Ausdruck von Gottes heiligem Willen. Dementsprechend ist es nicht möglich, in diesem Zusammenhang vom Vorrang der Person gegenüber der Norm oder dem Gesetz zu sprechen. Es ist vielmehr vom Vorrang von Gottes Willen gegenüber dem Willen der sündigen menschlichen Person zu sprechen, damit diese gerettet werde, indem sie mit der Hilfe der Gnade Gottes Willen erfüllt.
• An die Unauflöslichkeit der Ehe zu glauben, ihr aber durch die eigenen Handlungen zu widersprechen, und sich dabei sogar frei von schwerer Sünde zu betrachten, indem man das eigene Gewissen allein durch den Glauben an die Göttliche Barmherzigkeit beruhigt, stellt eine Selbsttäuschung dar, vor der bereits Tertullian, ein Zeuge des Glaubens und der Praxis der frühchristlichen Kirche, warnte: "Gewisse Leute behaupten jedoch, es genüge Gott, wenn man Seinen Willen im Herzen und im Geiste annimmt, auch wenn die Handlungen dem nicht entsprechen: und so glauben sie, dass die Gottesfurcht und der Glaube durch die Sünde nicht verletzt würden. Das wäre genau so, als würde einer behaupten, ohne Verletzung der Keuschheit Ehebruch begehen zu können" (Tertullian, De paenitentia 5,10).
• Die Befolgung der Gebote Gottes, und besonders der Unauflöslichkeit der Ehe, können nicht als ein vollkommeneres Ideal dargestellt werden, das nach dem Kriterium des Möglichen oder Machbaren zu erreichen ist. Es handelt sich hingegen um eine Pflicht, die Gott selbst unmissverständlich geboten hat, und deren Nichtbefolgung gemäß Seinem Wort zur ewigen Verdammnis führt. Den Gläubigen das Gegenteil zu sagen, hieße, sie zu täuschen und zu bewegen, den Willen Gottes zu missachten, wodurch ihr ewiges Seelenheil in Gefahr gebracht wird.
• Gott gibt jedem Menschen die nötige Hilfe zur Befolgung Seiner Gebote, wenn dieser Ihn aufrichtig darum bittet, wie die Kirche es unfehlbar gelehrt hat: "Denn Gott gebietet nicht Unmögliches; sondern ermahnt durch das Gebieten, zu tun, was du kannst, und zu bitten um das, was du nicht kannst; und er hilft dir, dass du es kannst" (Konzil von Trient, 6. Session, 11. Kapitel), und: "Wenn jemand sagt, die Gebote Gottes seien auch für den gerechtfertigten und im Stand der Gnade befindlichen Menschen unmöglich zu halten, der sei im Bann" (Konzil von Trient, 6. Session, 18. Kanon). Dieser unfehlbaren Lehre folgend lehrte der heilige Johannes Paul II.: "Die Befolgung des Gesetzes Gottes kann in bestimmten Situationen schwer, sehr schwer sein: niemals jedoch ist sie unmöglich" (Enzyklika Veritatis splendor, 102), und: "Alle Eheleute sind nach dem göttlichen Plan in der Ehe zur Heiligkeit berufen, und diese hehre Berufung verwirklicht sich in dem Maße, wie die menschliche Person fähig ist, auf das göttliche Gebot ruhigen Sinnes im Vertrauen auf die Gnade Gottes und auf den eigenen Willen zu antworten" (Apostolisches Schreiben Familiaris Consortio, 34).
• Die sexuelle Handlung außerhalb einer gültigen Ehe, besonders der Ehebruch, ist objektiv immer eine schwere Sünde, und kein Umstand und kein Zweck kann sie zulässig und in den Augen Gottes wohlgefällig machen. Der heilige Thomas von Aquin sagt, dass das Sechste Gebot selbst dann verbindlich ist, wenn durch einen Ehebruch ein Land vor der Tyrannei gerettet werden könnte (De Malo, q. 15, a. 1, ad 5). Der heilige Johannes Paul II. lehrte diese immer gültige Wahrheit der Kirche: "Die negativ formulierten sittlichen Gebote hingegen, das heißt diejenigen, die einige konkrete Handlungen oder Verhaltensweisen als in sich schlecht verbieten, lassen keine legitime Ausnahme zu; sie lassen keinerlei moralisch annehmbaren Freiraum für die 'Kreativität' irgendeiner gegensätzlichen Bestimmung. Ist einmal die sittliche Artbestimmung einer von einer allgemeingültigen Regel verbotenen konkret definierten Handlung erkannt, so besteht das sittlich gute Handeln allein darin, dem Sittengesetz zu gehorchen und die Handlung, die es verbietet, zu unterlassen" (Enzyklika Veritatis splendor, 67).
• Eine ehebrecherische Verbindung von zivilrechtlich "wiederverheirateten" Geschiedenen, die "gefestigt" ist, wie man so sagt, und die in ihrer ehebrecherischen Sünde durch sogenannte "erwiesene Treue" gekennzeichnet ist, kann nicht die moralische Qualität ihrer Verletzung des sakramentalen Ehebandes, also ihres Ehebruches, ändern, der immer eine in sich böse Handlung bleibt. Eine Person, die den wahren Glauben und die kindliche Gottesfurcht hat, kann nie "Verständnis" für in sich böse Handlungen haben, wie sie bei sexuellen Handlungen außerhalb einer gültigen Ehe der Fall ist, da diese Handlungen Gott beleidigen.
• Die Zulassung der "wiederverheirateten" Geschiedenen zur Heiligen Kommunion stellt in der Praxis eine implizite Entbindung von der Befolgung des Sechsten Gebots dar. Keine kirchliche Autorität hat die Macht, eine solche implizite Dispens zu gewähren, nicht einmal in einem einzigen Fall oder in einer außergewöhnlichen und komplexen Situation oder zur Erreichung eines guten Zweckes (wie zum Beispiel die Erziehung der gemeinsamen Kinder, die aus einer ehebrecherischen Verbindung geboren wurden), indem man sich für die Gewährung einer solchen Dispens auf das Prinzip der Barmherzigkeit beruft, auf die "via caritatis", die mütterliche Fürsorge der Kirche oder indem man in diesem Fall behauptet, der Barmherzigkeit nicht viele Bedingungen stellen zu wollen. Der heilige Thomas von Aquin sagte: "Für keine Nützlichkeit sollte jemand Ehebruch begehen" (pro nulla enim utilitate debet aliquis adulterium committere, De Malo, q. 15, a. 1, ad 5).
• Eine Bestimmung, die die Verletzung des Sechsten Gebotes Gottes und des sakramentalen Ehebandes auch nur in einem einzigen Fall oder in außergewöhnlichen Fällen erlaubt, um vielleicht eine allgemeine Änderung der kanonischen Normen zu vermeiden, bedeutet nichtsdestotrotz immer einen Widerspruch gegen die Wahrheit und den Willen Gottes. Dementsprechend ist es psychologisch irreführend und theologisch falsch, in diesem Fall von einer restriktiven Regelung oder von einem kleineren Übel im Gegensatz zu einer Regelung allgemeinen Charakters zu sprechen.
• Da eine gültige Ehe der Getauften ein Sakrament der Kirche und durch ihre Natur eine Realität öffentlichen Charakters ist, kann ein subjektives Urteil des Gewissens über die Ungültigkeit der eigenen Ehe im Widerspruch zum entsprechenden rechtskräftigen Urteil des kirchlichen Gerichts keine Konsequenzen für die sakramentale Ordnung haben, die immer öffentlichen Charakter hat.
• Die Kirche und konkret der Beichtvater haben nicht die Zuständigkeit, über den Gewissenszustand des Gläubigen oder die Rechtschaffenheit der Absicht des Gewissens zu urteilen, da der Grundsatz gilt: "ecclesia de occultis non iudicat" (Konzil von Trient, 24. Session, Kapitel 1). Der Beichtvater ist weder der Stellvertreter noch ein Vertreter des Heiligen Geistes, um mit Dessen Licht in die Falten des Gewissens eindringen zu können, da Gott allein sich den Zutritt zum Gewissen vorbehalten hat: "sacrarium in quo homo solus est cum Deo" (Zweites Vatikanisches Konzil, Gaudium et spes, 16). Der Beichtvater kann sich vor Gott und dem Pönitenten nicht die Verantwortung anmaßen, ihn implizit von der Befolgung des Sechsten Gebotes und der Unauflöslichkeit des Ehebandes durch die Zulassung zur Heiligen Kommunion zu entbinden. Die Kirche hat nicht die Vollmacht, auf der Grundlage einer angeblichen Gewissensüberzeugung über die Ungültigkeit der eigenen Ehe im Forum internum, Konsequenzen für die sakramentale Ordnung im Forum externum abzuleiten.
• Eine Praxis, die es den sogenannten zivilrechtlich geschiedenen und wiederverheirateten Personen erlaubt, die Sakramente der Buße und der Eucharistie zu empfangen, trotz deren Absicht auch in Zukunft weiterhin das Sechste Gebot und ihren sakramentalen Ehebund zu verletzen, wäre im Widerspruch zur Göttlichen Wahrheit und würde gegen das stets gleichbleibende Verständnis der katholischen Kirche und gegen die bewährte, aus der Zeit der Apostel empfangene und stets treu bewahrte Praxis verstoßen, die zuletzt auf sichere Weise vom heiligen Johannes Paul II. (vgl. Apostolisches Schreiben Familiaris Consortio, 84) und von Papst Benedikt XVI. (vgl. Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 29) bekräftigt wurde.  
• Die erwähnte Praxis wäre für jeden vernünftigen Menschen ein offensichtlicher Bruch und würde daher nicht eine Entwicklung in Kontinuität mit der apostolischen und immerwährenden Praxis der Kirche darstellen, da gegen eine so offensichtliche Tatsache Argumente keine Gültigkeit haben: contra factum non valet argumentum. Eine solche pastorale Praxis wäre ein Gegen-Zeugnis zur Unauflöslichkeit der Ehe und eine Art von Mitwirkung von Seiten der Kirche an der Ausbreitung der "Geißel der Scheidung", vor dem das Zweite Vatikanische Konzil gewarnt hatte (vgl. Gaudium et spes, 47).
• Die Kirche lehrt durch das, was sie tut, und muss tun, was sie lehrt. Über das pastorale Handeln in Bezug auf Personen in irregulären Verbindungen sagte der heilige Johannes Paul II.: "Die Pastoral wird die Notwendigkeit einer Übereinstimmung zwischen der Lebenswahl und dem Glauben, den man bekennt, verständlich zu machen suchen und möglichst bemüht sein, diese Menschen dahin zu bringen, ihre eigene Situation im Licht christlicher Grundsätze in Ordnung zu bringen. Obwohl man ihnen mit viel Liebe begegnen und sie zur Teilnahme am Leben ihrer Gemeinden einladen wird, können sie von den Hirten der Kirche leider nicht zu den Sakramenten zugelassen werden" (Apostolisches Schreiben Familiaris consortio, 82).
• Eine authentische Begleitung der Personen, die sich in einem objektiven Zustand der schweren Sünde befinden, und ein entsprechender Weg der pastoralen Unterscheidung können sich nicht der Pflicht entziehen, diesen Personen mit Liebe die ganze Wahrheit über den Willen Gottes zu verkündigen, damit sie von ganzem Herzen die sündhaften Handlungen des Zusammenlebens more uxorio mit einer Person, die nicht der rechtmäßige eigene Ehegatte ist, bereuen. Zugleich muss eine authentische Begleitung und pastorale Unterscheidung sie ermutigen, damit sie mit der Hilfe der Gnade Gottes aufhören, in Zukunft solche Handlungen zu begehen. Die Apostel und die ganze Kirche haben zweitausend Jahre lang den Menschen immer die ganze Wahrheit Gottes über das Sechste Gebot und die Unauflöslichkeit der Ehe verkündet, folgend der Ermahnung des heiligen Apostels Paulus: "Denn ich habe mich der Pflicht nicht entzogen, euch den ganzen Willen Gottes zu verkünden" (Apg. 20, 27).
• Die Pastoral der Kirche bezüglich der Ehe und des Sakramentes der Eucharistie hat solche Bedeutung und so entscheidende Konsequenzen für den Glauben und für das Leben der Gläubigen, dass die Kirche, um dem geoffenbarten Wort Gottes treu zu bleiben, in diesem Bereich jeden Schatten des Zweifels und der Verwirrung vermeiden muss. Der heilige Johannes Paul II. hat diese immerwährende Wahrheit der Kirche formuliert: "Mit diesem nachdrücklichen Hinweis auf die Lehre und das Gesetz der Kirche möchte ich bei allen das lebendige Gespür für die Verantwortung wachrütteln, die uns im Umgang mit den heiligen Dingen leiten muss, die - wie die Sakramente - nicht unser Eigentum sind oder - wie das Gewissen der Menschen - ein Anrecht darauf haben, nicht in Ungewissheit und Verwirrung belassen zu werden. Ich wiederhole: Beides sind heilige Dinge, die Sakramente und das Gewissen der Menschen, und sie fordern von uns, dass wir ihnen in Wahrheit dienen. Das ist der Grund für das Gesetz der Kirche" (Apostolisches Schreiben Reconciliatio et Paenitentia, 33). 
 
Trotz der wiederholten Erklärungen über die Unveränderlichkeit der Lehre der Kirche bezüglich der Scheidung wird sie inzwischen von zahlreichen Teilkirchen durch die sakramentale Praxis akzeptiert, und dieses Phänomen breitet sich aus. Nur die Stimme des Obersten Hirten der Kirche kann definitiv verhindern, dass in Zukunft die Situation der Kirche unserer Tage durch die folgende Aussage gekennzeichnet wird: "Es stöhnte der ganze Erdkreis und wunderte sich, dass er arianisch geworden war" (ingemuit totus orbis et arianum se esse miratus est, Adv. Lucif., 19), um ein Wort des heiligen Hieronymus aufzugreifen, mit dem er die arianische Krise beschrieben hat.

Angesichts dieser realen Gefahr und der weiten Verbreitung der Geißel der Scheidung im Leben der Kirche, die implizit durch die erwähnten Durchführungsbestimmungen und Richtlinien zum Apostolischen Schreiben Amoris laetitia legitimiert wird;
angesichts der Tatsache, dass die genannten Bestimmungen und Richtlinien in einigen Teilkirchen in unserer globalisierten Welt öffentlich bekannt geworden sind;
angesichts der Wirkungslosigkeit zahlreicher Bittgesuche, die auf privater und vertraulicher Ebene seitens vieler Gläubigen und einiger Hirten der Kirche an Papst Franziskus gerichtet wurden, sind wir gezwungen diesen Aufruf zum Gebet zu machen. Als Nachfolger der Apostel bewegt uns dazu auch die Pflicht, unsere Stimme zu erheben, wenn die heiligsten Dinge der Kirche und das ewige Heil der Seelen in Gefahr sind.

Die folgenden Worte des heiligen Johannes Paul II., mit denen er die ungerechten Angriffe gegen die Treue des kirchlichen Lehramtes beschrieb, mögen allen Hirten der Kirche in diesen schweren Zeiten ein Licht und ein Ansporn zu einem immer einträchtigeren Handeln sein: "Nicht selten wirft man dem kirchlichen Lehramt in der Tat vor, es sei bereits überholt und verschließe sich den Forderungen des modernen 'Zeitgeistes'; es entfalte ein Vorgehen, das für die Menschheit, ja für die Kirche selbst schädlich sei. Durch das hartnäckige Verharren auf ihren Positionen würde die Kirche – so heißt es – an Popularität verlieren, und die Gläubigen würden sich immer mehr von ihr abwenden" (Brief an die Familien, Gratissimam sane, 12).

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Zulassung der sogenannten "wiederverheirateten" Geschiedenen zu den Sakramenten der Buße und der Eucharistie, ohne von ihnen die Erfüllung der Pflicht einzufordern, enthaltsam zu leben, eine Gefahr für den Glauben und für das Heil der Seelen und zudem eine Beleidigung des Heiligen Willens Gottes darstellt,
unter Berücksichtigung der Tatsache, dass eine solche pastorale Praxis folglich nie Ausdruck der Barmherzigkeit, der "via caritatis" oder des mütterlichen Mitgefühls der Kirche für die sündigen Seelen sein kann,

machen wir in tiefer pastoraler Sorge diesen dringenden Gebetsaufruf, damit Papst Franziskus die oben erwähnten pastoralen Orientierungen, welche bereits in einigen Teilkirchen eingeführt wurden, auf unmissverständliche Weise widerruft.

Eine solche Handlung des sichtbaren Hauptes der Kirche würde die Hirten und die Gläubigen stärken, gemäß dem Auftrag, den Christus, der höchste Seelenhirte, dem Apostel Petrus und - durch ihn - allen seinen Nachfolgern erteilt hat: "Stärke deine Brüder!" (Lk. 22,32).

Die folgenden Worte eines heiligen Papstes und der heiligen Kirchenlehrerin Katharina mögen allen in der Kirche unserer Tage Licht und Stärkung sein:

"Der Irrtum, dem man nicht widersteht, wird gebilligt. Die Wahrheit, die man nicht verteidigt, wird unterdrückt" (Hl. Papst Felix III, + 492).

"Heiliger Vater, Gott hat euch zur Säule der Kirche erwählt, auf dass Sie ein Werkzeug seien die Häresie auszurotten, die Lügen zu zerstreuen, die Wahrheit zu rühmen, die Finsternis zu vertreiben und das Licht kundzutun" (Hl. Katharina von Siena, +1380).

Als Papst Honorius I. (625 - 638) eine zweideutige Haltung gegenüber der Verbreitung der neuen Häresie des Monotheletismus einnahm, sandte der hl. Sophronius, Patriarch von Jerusalem, einen Bischof aus Palästina nach Rom mit diesen Worten: „Geh zum Apostolischen Stuhl, wo sich das Fundament der heiligen Lehre befindet, und höre nicht auf zu beten, bis der Apostolische Stuhl die neue Häresie verurteilt.“ Die Verurteilung erfolgte dann im Jahre 649 durch den heiligen Papst und Märyrer Martin I.

Wir machen diesen Gebetsaufruf im Bewusstsein, uns einer Unterlassung schuldig zu machen, wenn wir es nicht tun würden. Es ist Christus, die Wahrheit und der oberster Hirte, der uns richten wird, wenn Er erscheint. Ihn bitten wir in Demut und Vertrauen, dass Er alle Hirten und alle Schafe mit dem "nie verwelkenden Kranz der Herrlichkeit“ belohne (vgl. 1 Petr. 5,4).

Im Geist des Glaubens und in kindlicher und ergebener Liebe erheben wir unser Gebet für Papst Franziskus: "Oremus pro Pontifice nostro Francisco: Dominus conservet eum, et vivificet eum, et beatum faciat eum in terra, et non tradat eum in animam inimicorum eius. Tu es Petrus, et super hanc petram aedificabo Ecclesiam Meam, et portae inferi non praevalebunt adversus eam".

Als konkretes Mittel empfehlen wir dieses altehrwürdige Gebet der Kirche oder einen Teil des heiligen Rosenkranzgebetes in der Meinung zu verrichten, dass Papst Franziskus auf eine unzweideutige Weise jene pastoralen Richtlinien verbieten möge, welche den sogenannten wiederverheirateten Geschiedenen den Empfang der Sakramente der Buße und der Eucharistie erlauben ohne die Erfüllung der Pflicht eines Lebens in Enthaltsamkeit. 

18. Januar 2017, früheres Fest der Kathedra des heiligen Petrus in Rom

+ Tomash Peta, Erzbischof Metropolit der Erzdiözese der Heiligen Maria in Astana
+ Jan Pawel Lenga, Emeritierter Erzbischof-Bischof von Karaganda
+ Athanasius Schneider, Weihbischof der Erzdiözese der Heiligen Maria in Astana



Montag, 16. Januar 2017

Sind die Grünen mit ihren radikalen und fanatischen Forderungen eine Fake-Partei?

Weil viele es nicht möglich halten, dass man die "Überwindung der Zweigeschlechtlichkeit" fordern kann: Screenshot der Internetseite der Grünen Jugend
Die Grünen wollen nun rabiat gegen sog. Fake-News vorgehen. Was sie aber selber von sich geben, ist dermaßen grotesk, dass man es für Fakes hält.

Normale Menschen halten es nämlich nicht für möglich, dass eine politische Gruppierung tatsächlich die „Überwindung der Zweigeschlechtlichkeit“ fordert.

Sind die Grünen etwa eine Fake-Partei?

Aber das ist die Wahrheit. Diese komplette Resolution der Grünen Jugend vom 6. Mai 2013 (siehe auch Screenshot oben) lautet:

Die Kategorien ”Mann” und ”Frau” sind soziale Konstrukte, doch das Bild der Zweigeschlechtlichkeit wird der Realität nicht gerecht. Wir verstehen einen Menschen nicht als eine Person, die ihr Leben lang einer Geschlechtsidentität als Mann oder Frau ausgesetzt ist. Unser Ziel ist es eine Gesellschaft so zu prägen, dass sich jeder frei entscheiden kann, welche Geschlechtsidentität sie_er einnehmen möchte. Als GRÜNE JUGEND streiten wir dafür, dass die Vielfalt der Geschlechtsidentitäten endlich anerkannt wird. Ein erster Schritt zur stärkeren Sichtbarmachung ist eine dritte Option bei der Angabe des Geschlechtes gegenüber staatlichen Stellen und amtlichen Dokumenten. Ebenso soll es die Möglichkeit geben, eine Angabe zu verweigern. Perspektivisch streiten wir dafür, dass die Geschlechtsangabe als Kategorie komplett wegfällt.

Man könnte darüber lachen und den Fall vergessen. Doch das dürfen wir nicht, weil die Grünen unsere ganze Gesellschaft entsprechend dieser gefährlichen und fanatischen Ideen umkrempeln wollen.

Angefangen bei den Kindern in den Kindergärten, Kitas und Schulen. Wir müssen deshalb diese fanatische und radikale Partei stoppen!

Unterstützen Sie deshalb bitte unseren Appell an die CDU „Keine Koalition mit den Grünen“: http://www.aktion-kig.de/kampagne/appell_koalition.html

Unsere Seite in Facebook ist inzwischen ein sehr wichtiges Informationsmedium unserer Aktion "Kinder in Gefahr" geworden. Bitte unterstützen Sie uns mit einem "Gefällt mir": https://www.facebook.com/aktionkig/?fref=ts

Sonntag, 15. Januar 2017

Maltas Handreichung zur Kommunion widerlegt Kardinal Müllers Erklärung

Wird Malta zum Modell der progressistischen Kirche? Foto: Frank Vincentz, Wikimedia Commons, Lizenz https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en
Keine Woche, nachdem der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller, die Dubia-Kardinäle öffentlich kritisiert und Amoris Laetitia als klar und ungefährlich für den Glauben bezeichnet hat, veröffentlichen die Bischöfe Maltas eine Handreichung, die Müller diesbezüglich in allem widerspricht.

Maltas Bischofskonferenz legt nämlich Amoris Laetitia besonders liberal aus: Falls ein wiederverheirateter Geschiedener der Meinung ist, er sei in Frieden mit Gott, so darf er die Kommunion empfangen.


Dadurch werden nicht nur wiederverheiratete Geschiedene zum Tisch des Herrn zugelassen, sondern das Gewissen des Einzelnen als entscheidende Instanz eingesetzt. Gibt es da noch einen Unterschied zum Protestantismus?

Der Schritt Maltas zeigt, wie gering noch der Einfluss von Kardinal Müller ist.

Stets hatte Kardinal Müller nämlich behauptet, Amoris Laetitia sei entsprechend der Tradition zu interpretieren, insbesondere entsprechend der klaren Bestimmungen von Familiaris Consortio. In diesem Apostolischen Schreiben von Papst Johannes Paul II. wird der Empfang der Kommunion den wiederverheirateten Geschiedenen verweigert, sollten sie nicht enthaltsam leben.

Die Handreichung der Bischöfe Maltas könnte von großer Tragweite sein und die innerkirchliche Krise zu neuen Höhen befördern. Denn inzwischen dürfte klar sein, dass Papst Franziskus keine Probleme mit der Zulassung von wiederverheiraten Geschiedenen zur Kommunion hat.

Ebenso wenig scheint dem Papst Sorge zu bereiten, dass in unterschiedlichen Gegenden unterschiedliche Handhabungen dabei sind, zu entstehen. Das bedeutet aber nichts anderes, als dass die traditionelle Sexualmoral nicht mehr universell gültig ist.

Kann man dann noch von einer einzigen Kirche sprechen?

Insofern sind die Warnungen von Weihbischof Athanasius Schneider, entschiedener Unterstützer der Dubia-Kardinäle, vor einem Schisma alles andere als übertrieben.

Man muss bedenken, dass es bei der Problematik um die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene keineswegs „nur“ um ein disziplinäres Problem geht.  Diese Problematik tangiert drei Sakramente (Eucharistie, Ehe und Buße) sowie die Gnadenlehre und die Christologie (abgesehen von der schon angesprochenen Morallehre)

Sollte der Schritt Malta Schule machen (wovon man ausgehen kann), gehen wir turbulenten Zeiten entgegen.

Soziale Medien: Grüne rufen nach starkem Staat und Ende der „regulierten Selbstregulierung“

Für die Grünen ganz böse: Soziale Netzwerke. Screenshot von Twitter
Die Bundestagsfraktion von „Bündnis 90/Die Grünen“ macht eine atemberaubende Kehrtwende in ihrer Medienpolitik. Heute.de meldet, die Grünen seien zur Auffassung gelangt, „Freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft reichten nicht aus.“

Gegen sog. „Fake-News“ (falsche Nachrichten, die oft Verleumdungen enthalten) soll nun ein Aktionsplan aufgestellt werden. „Das Netz wirkt derzeit wie ein Brandbeschleuniger“, so die Grünen laut Heute.de. Selbst die Pläne von Bundesjustizminister Heiko Maas sind den Grünen zu lahm.

Diese Haltung ist eine drastische Kehrtwende in der Medienpolitik der Grünen.

Diese Partei sperrte sich systematisch gegen jegliche Verbesserung im Jugendmedienschutz. Obwohl dieser in der Praxis systematisch verwässert wurde (in der Theorie ist der deutsche Jugendmedienschutz im europäischen Vergleich erstaunlicherweise recht gut), verhinderten die Grünen jegliche Verschärfung.

Was die Grünen fordern, entspricht auch nicht der bundesrepublikanischen Tradition der „regulierten Selbstregulierung“: Nach dem Krieg wurde ein System eingeführt, in welchem die Medien selbst auf die Einhaltung der Mediengesetze achteten, insbesondere beim Jugendmedienschutz. Bewusst wollte man eine starke staatliche Hand vermeiden und beließ es bei der Aufstellung von allgemeinen Richtlinien (wobei der Jugendmedienschutz immer enger gefasst war als andere Bereiche).

Plötzlich halten die Grünen nichts mehr von dieser liberalen Regelung.

Dabei sind ihre politischen Forderungen zum Teil dermaßen radikal und fanatisch, dass selbst Fake-News kaum mithalten können.

So setzen sich die Grünen für die Liberalisierung von Inzest ein. Sie meinen, Transvestiten sollten in Kitas Homosexualität erläutern. Die „Grüne Jugend“ will die „Zweigeschlechtlichkeit“ überwinden. Und was vom Bereich Queer oder Gender kommt, würde selbst in Science-Fiction-Filmen als unglaubwürdig erscheinen.

Dennoch ist der Ruf der Grünen nach einem starken Staat in der Medienpolitik nicht ganz erstaunlich: Wer seine politischen Vorstellung nach der eigenen Phantasie und nach Utopien ausrichtet, verfällt früher oder später dem Autoritarismus, denn anders sieht er die Realisierung seiner Ziele nicht erreicht.

Weil die Grünen eine radikale und fanatische Partei sind, sind sie ständig der totalitären Versuchung ausgesetzt.

© Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigun

Samstag, 14. Januar 2017

Antidiskriminierungsstelle des Bundes wird zur Gender-Propaganda-Behörde

Macht Gender zur Staatsdoktrin? Screenshot der Kampagne der Antisdriminierungsstelle des Bundes
„Gleiches Recht für jede Liebe - Themenjahr für sexuelle Vielfalt“, dies ist das Motto der „Antidiskriminierungsstelle des Bundes“ für das Jahr 2017. Erklärtes Ziel ist, mit verschiedenen Aktionen, Veranstaltungen und Forschungsvorhaben „die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung von LSBTI*-Personen“ voranzutreiben.

Damit macht sich diese Bundesbehörde zu nichts anderem als einem Propagandaorgan von Gender.

Wie stark das Rechtsbewusstsein des deutschen Staates geschwunden ist, erkennt man an der Tatsache, dass eine Bundesbehörde für ein Rechtsgut streitet, das es gar nicht gibt und dies zudem gegen den Staat unternimmt, also gegen die juristische Person, zu der die Behörde gehört.

„Gleiches Recht für jede Liebe“ ist nämlich ein Slogan, der aber keine juristische Realität wiederspiegelt und auch nicht widerspiegeln kann. Liebe ist nämlich kein zu schützendes Rechtsgut.

Heiraten ein Mann und eine Frau und bilden damit eine Ehe, erhalten sie staatlich geschützte Rechte. Doch dies geschieht nicht aus dem Grund, dass sie sich möglicherweise lieben. Auch wenn sie sich hassen, würden sie diese Rechte erhalten. „Liebe“ (was auch immer man darunter versteht) ist also für die juristische Bewertung einer Partnerschaft unerheblich. Einzig relevant sind die vertragliche Bindung zwischen den Partnern und die Übernahme von Pflichten und Rechten.

Es ist kaum anzunehmen, dass dieser banale Sachverhalt den Beamten in der „Antidiskriminierungsstelle des Bundes“ entgangen ist. Wohl bewusst betreiben sie pure Demagogie. 

Besonders absurd ist zudem die Tatsache, dass diese Bundesbehörde nun gegen den Staat kampagnenmäßig in der Öffentlichkeit agitiert. Die Behörde wirft im Grunde dem deutschen Staat vor, Menschen, die sich „lieben“, zu diskriminieren.

Es bleibt aber keineswegs bei der abstrakten Forderung nach mehr Gleichheit. Nein, konkretes Ziel der Propagandaaktion der Antidiskriminierungsstelle ist die Gleichstellung von LSBTIQ-Partnerschaften im Ehe- und Adoptionsrecht.

Solche absurden Forderungen dürfen von einer politischen Partei, von einem Verein oder von einer Lobbygruppe gestellt werden. 

Eine staatliche Behörde muss aber gebotene staatliche Neutralität wahren!

Insofern ist die Initiative „Gleiches Recht für jede Liebe“ der Antidiskriminierungsstelle ein weiterer Schritt, in Deutschland die Gender-Ideologie zu einer regelrechten Staatsdoktrin zu machen.

Schritt für Schritt wird Gender zur ideologischen Grundlage des Staates ausgebaut. Sollte dies eines Tages vollbracht sein, kann die hemmungslose Diskriminierung aller beginnen, die genug Verstand haben um zu erkennen, dass Gender eine irrsinnige Ideologie ist.

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Freitag, 13. Januar 2017

Wird die Bundeswehr zur Gender-Armee der Gender-Republik umgewandelt?

Panzer Leopard 2: Bald im Dienste der Gender-Ideologie? Bundeswehr-Photo, Wikimedia Commons Lizenz https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Ideologie der „sexuellen Vielfallt“ – eine Umschreibung für Gender – in die Bundeswehr einführen. Als erster Schritt soll ein Seminar stattfinden, an welchem Parlamentarier, der Beirat der Inneren Führung sowie Führungskräfte aus Heer, Luftwaffe und Marine teilnehmen sollen. Thema: „Umgang mit sexueller Identität und Orientierung in der Bundeswehr.“

Die Bundesverteidigungsministerin will damit angeblich die Bundeswehr für sog. „sexuelle Minderheiten“ attraktiver machen. Sexuelle Vielfalt sei nämlich als Chance zu begreifen. Dafür müssten alle gesellschaftlichen Gruppen angesprochen werden, so das Bundesverteidigungsministerium.

Bedenkt man, mit welcher Hartnäckigkeit in Deutschland Gender zur Staatsdoktrin gemacht wird, dürfte ziemlich klar sein, dass der Workshop zum Thema „Umgang mit sexueller Identität und Orientierung in der Bundeswehr“ nichts anderes beabsichtigt, als die Bundeswehr zu einer Armee im Dienste der Gender-Ideologie zu machen.

Per Diktat wird in Deutschland seit Jahren Gender in Behörden, Ministerien und inzwischen auch in Schulen mit deutscher Gründlichkeit eingeführt. Nun scheint die Bundeswehr an der Reihe zu sein.

Die Maßnahme hat durchaus weltpolitische Bedeutung: In praktisch allen westlichen Ländern ist Gender auf dem Rückzug, nur nicht in Deutschland. Nach den kommenden Wahlen in Frankreich und den Niederlanden ist abzusehen, dass Gender noch weiter auf der internationalen Bühne geschwächt wird.

Angesichts dieser Situation sind wohl viele deutsche Politiker der Auffassung, dass Deutschland nach dem Motto „am deutschen Gender-Wesen soll die Welt genesen“ eine Gender-Bastion werden soll.

Inmitten der weltweiten politischen Umwälzungen sehen manche unser Land schlechthin als Oase der Freiheitlichkeit und meinen, Deutschland müsse sich stärker in die Weltpolitik einmischen – auch militärisch.

Mit wehenden Gender-Banner soll wohl nun die Bundeswehr überallhin die Ideologie der „sexuellen Vielfalt“ bringen, etwa wie einst die französischen Truppen überallhin die Französische Revolution transportierten.

Unsere Aufgabe in dieser Situation ist, vor dieser Hybris, die Deutschland nur zugrunde richten kann, zu warnen.

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Donnerstag, 12. Januar 2017

Staatsverordnete Akzeptanz von Gender in Hamburg

Hamburger Rathaus. Foto: Daniel Schwen, Wikimedia Commons Lizenz CC BY-SA 2.5
Der Hamburger Senat hat am 10. Januar 2017 einen sogenannten „Aktionsplan für Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“ beschlossen. Wie der Name schon sagt, ist die Implementierung der Akzeptanz sexueller Vielfalt – also Gender – wichtigstes Ziel des Erlasses.

Der Erlass sieht in 11 Handlungsfeldern von der Kindheit bis ins Alter über 90 Einzelmaßnahmen vor, um Gender in der Gesellschaft zu verankern. Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, erklärte hierzu: „Wir wollen aktiv eine Kultur der Anerkennung und Offenheit für vielfältige Lebensformen fördern.

Die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen soll regelmäßig ausgewertet und fortgeschrieben werden. Man wird also nicht locker lassen, solange die Hamburger Bürger nicht die geforderte „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ verinnerlichen. Der Aktionsplan sieht im Grunde eine regelrechte Gehirnwäsche vor.

Der Hamburger Senat hat vor, Gender flächendeckend in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens durchzusetzen. Eine Presseerklärung der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung erläutert: „Ziel des Aktionsplans ist die Aufklärung und Sensibilisierung in allen gesellschaftlichen und staatlichen Bereichen (zum Beispiel Schule, Jugendeinrichtungen, Sportvereine, Senioren- und Pflegeeinrichtungen). Unterschiedliche Lebensentwürfe sollen in Hamburg selbstverständlicher werden (zum Beispiel explizite Einbeziehung ins Hamburger Familienfest, in Sport- und Kulturveranstaltungen).

Gender wird damit de facto zu einer wahren Staatsdoktrin erhoben, der man sich kaum entziehen kann.

Im Namen der Antidiskriminierung wird somit eine ungeheuerliche Diskriminierung eingeführt: Jeder, der der Auffassung ist, die Menschheit bestünde „nur“ aus Männern und Frauen, wird medial für vogelfrei erklärt und muss Hetze und Beschimpfungen ertragen. Es bleibt abzuwarten, wann man durch die Einführung von sog. Hassdelikten auch die Meinungs- und Religionsfreiheit einschränkt. Das gesellschaftliche Klima jedenfalls wird für eine solche Maßnahme vorbereitet.

Der Einzelne, der aus religiösen, weltanschaulichen, philosophischen oder sonstigen Gründen die unvernünftige Doktrin der „sexuellen Vielfalt“ ablehnt, wird in Hamburg kaum die Möglichkeit haben, sich diesem Gender-Aktionsplan zu entziehen, sollte dieser radikale Erlass mit der angekündigten Entschlossenheit umgesetzt werden. Wer Gender bzw. die Doktrin der „sexuellen Vielfalt“ ablehnt, bleibt nur die innere Emigration. 

Er kann aber auch kämpfen, indem er sich Initiativen wie "Kinder in Gefahr" anschließt.

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Mittwoch, 11. Januar 2017

Können die letzten Aussagen Kardinal Müllers die Debatte um Amoris Laetitia beenden?

Kardinal Gerhard Müller. Foto: Pressestelle Bistum Regensburg
Die Kritik des Präfekten der Glaubenskongregation an den vier Kardinälen, die sich an Papst Franziskus mit Fragen zu seinem Schreiben Amoris Laetitia gewandt haben, hat bei manchen zur Überlegung geführt, ob damit die Diskussion um das päpstliche Familiendokument nicht beendet sei.

So schrieb beispielsweise Guido Horst von der Tagespost am 9. Januar 2017: „Auch die bisher in der Öffentlichkeit geführte Debatte über die „dubia“, die Zweifel der vier Kardinäle, ist beendet. In Fachkreisen kann sie weitergehen, aber als Aufreger taugt sie nicht mehr.“

Die Zeit wird zeigen, ob diese Vorhersage eintrifft oder nicht. Doch Zweifel sind jedenfalls angebracht. Aus verschiedenen Gründen:

Erstens: Inzwischen sind einige Bistümer und sogar manche Bischofskonferenzen dabei, wiederverheiratete Geschiedene in Einzelfällen zur Kommunion zuzulassen. Dies soll (theoretisch zumindest) nach einer sorgfältigen Prüfung und nach einem Weg der Buße geschehen. Abgesehen davon, dass die Bischöfe, die so vorgehen, dabei sind, Fakten zu schaffen, die nur mit großen Verrenkungen in der Auslegung von Amoris Laetitia begründen werden können, liegen diese Maßnahmen weit diesseits dessen, was das Lager der Progressisten anstrebt.

Im Vorfeld der beiden Synoden (Herbst 2014 und Herbst 2015) wurde klar, dass der Progressismus eine massive Schleifung der katholischen Sexualmoral anstrebte. Der Anfang sollte die Zulassung der sog. wiederverheirateten Geschiedenen sein, doch angestrebt wurde viel mehr: Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, moralische Unbedenklichkeit von Verhütungsmittel, Akzeptanz von „wilden Ehen“ etc.

Was die wiederverheirateten Geschiedenen angeht, sollten sie generell zur Kommunion zugelassen werden und nicht lediglich in Einzelfälle und nach genauer Prüfung.

So ist es nicht verwunderlich, dass sich schon die ersten kritischen Stimmen melden und das – aus ihrer Sicht – dürre Ergebnis bedauern, wie etwa der deutsche Joachim Frank, Vorsitzender der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP).

Zweitens: Die Sexualmoral der katholischen Kirche ist ein Konstrukt, der sozusagen aus einem Guss ist. Man kann einzelne Bausteine nicht herausnehmen, ohne dass der Bau zusammenfällt.

Eine liberale Auslegung von Amoris Laetitia wird auf diese Weise zwangsläufig zu einer Situation führen, die die katholische Sexualmoral als widersprüchlich erscheinen lässt. Wieso dürfen beispielsweise wiederverheiratete Geschiedene etwa die Kommunion empfangen, und in wilder Ehe Lebende nicht? Letztere befinden sich nicht einmal im Zustand des Ehebruchs.

Die Progressisten und die mit ihnen befreundeten Medien werden schon dafür sorgen, dass die (restriktiven) Ausnahmen für wiederverheiratete Geschiedene immer mehr ausgeweitet werden. Früher oder später wird man nicht nur wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zulassen, sondern auch andere Personen, die die Sexualmoral der Kirche nicht befolgen.

Dies wird nicht nur zu einer immensen Anzahl von sakrilegischen Kommunionen führen, sondern zu einer Aushöhlung der Sexualmoral.

Die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen tangiert zudem drei Sakramente: Ehe, Buße (Beichte) und Eucharistie. Das Verständnis jedes einzelnen dieser Sakramente verbietet die Kommunion an Personen, die im Zustand der schweren Sünde leben (was der Ehebruch ist).

Zusammengefasst: Sollte aufgrund von Amoris Laetitia ein Prozess der Auflösung der Sexualmoral beginnen, so wäre die katholische Kirche in ihren Grundfesten bedroht und der katholische Glauben in akuter Gefahr.

Es ist nicht anzunehmen, dass glaubenstreue Katholiken das einfach hinnehmen.

Die „dubia“ der Kardinäle Burke, Brandmüller, Meisner und Cafarra bezüglich Amoris Laetitia sind im Grunde der Versuch, die oben beschriebene Gefahr schon gleich am Anfang zu beseitigen. Möglicherweise wird diese Gefahr noch von zu wenigen erkannt. Doch früher oder später muss eine heftige Reaktion gegen diesen Zersetzungsprozess der Sexualmoral entstehen, denn ansonsten wäre die Existenz der katholischen Kirche in Gefahr.