Mittwoch, 22. Februar 2017

CDU-Gender-Lehrpläne sind Freibriefe für rot-rot-grüne Ideologen und damit tickende Zeitbomben

Kultusminister Ralph Alexander Lorz. Sein Lehrplan für Hessens Schulen öffnet linksgrünen Gender-Ideologen Tür und Tor. Foto: Manjit Jari, Kultusministerium Hessen
In Unterhaltungen mit CDU-Mitgliedern oder CDU-nahen Lehrern über die Gender-Lehrpläne, die die Christdemokraten in Hessen, Sachsen-Anhalt, Sachsen etc. (mit-)erlassen haben, hört man oft Bemerkungen dieser Art:

„Ja, die Lehrpläne sich nicht gut, besonders nicht die neuen hessischen „Richtlinien zur Sexualerziehung“, die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ fordern. Doch Richtlinien werden nicht 100prozentig angewandt und die Lehrer sorgen schon dafür, dass alles im Rahmen bleibt. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“

Eine solche Einschätzung ist naiv, verfehlt, kurzfristig und deshalb gefährlich. Aus verschiedenen Gründen:

Es ist in der Tat richtig, dass am Ende die Lehrer entscheiden, in welchem Maße erlassene Lehrpläne oder Richtlinien tatsächlich im Unterricht berücksichtigt werden. Es ist auch richtig, dass eine beträchtliche Anzahl von Lehrern vernünftig ist oder keinen Ärger mit den Eltern haben will und deshalb den Ball flach hält. Zudem kommt hinzu, dass gegenwärtig viele Schulen sowieso überfordert sind und die Curricula nur mit Mühe erfüllen können.

Aber es gibt ebenfalls eine nicht geringe Zahl von Lehrern, für die die Gender-Lehrpläne einen höchst willkommenen Anlass bieten, Gender in vollem Umfang im Unterricht zu behandeln. Dadurch, dass die Richtlinien hinsichtlich der konkreten Anwendung recht allgemein formuliert sind, werden solchen Lehrern kaum Grenzen gesetzt.

Bekanntlich wird in Hessen nun die „Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen“ gefordert. In der Altersgruppe der 6- bis 10-Jährigen sollen „unterschiedliche Familiensituationen (z.B. Patchworkfamilien, Alleinerziehende, Pflegefamilien, gleichgeschlechtliche Partnerschaften)“ behandelt werden.

Meint ein Lehrer, in der Schule eine Kampagne pro Gender durchziehen zu müssen, so werden ihm sehr schwache Grenzen gesetzt.

Für die Eltern wird der Schulgang ihrer Kinder eine Art Glücksspiel. Es gibt keine Garantie für sie, dass ihre Kinder nicht in die Hände von Gender-Aktivisten gelangen. Das ist unzumutbar.

Die Bedrohung durch die Gender-Lehrpläne könnte zudem eine völlig andere Dimension erreichen, wenn es in der deutschen Politik zu einem deutlichen Linksruck kommt, sprich, zu einer rot-rot-grünen Koalition.

Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel hat sich offen für eine rot-rot-grüne Koalition nach der nächsten Landtagswahl im Jahr 2018 geäußert. Spätestens dann könnte man versuchen, einen wahren Gender-Durchmarsch in Hessens Schulen durchführen.

Sollte Rot-Rot-Grün die Macht nach den nächsten Wahlen in Hessen übernehmen, bräuchte die neue Landesregierung lediglich den neuen „Lehrplan zur Sexualerziehung“ von CDU-Kultusminister Ralph Alexander Lorz vollumfänglich in die Praxis umzusetzen, um aus den Schulen wahre Gender-Indoktrinationsstätten zu machen. Rot-Rot-Grün würde somit zum Vollstrecker einer Gender-Revolution werden, deren Grundlagen die CDU zuvor gelegt hat.

Wenn man allein diese Gefahr in Betracht sieht, erkennt man, wie falsch, verantwortungslos und kinder- und familienfeindlich CDU-Kultusminister Ralph Alexander Lorz gehandelt hat, als er seinen Gender-Lehrplan für Hessen in Kraft gesetzt hat.

Die Christdemokraten in Hessen, Sachsen-Anhalt, Sachen etc. sollten deshalb endlich die Kritik von Eltern, katholischer Kirche, Familienorganisationen etc. ernst nehmen. Die Christdemokraten sollten endlich die Gefahren erkennen, die die Lehrpläne in sich bergen, die sie (teils) selber erlassen haben.


© Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung

Dienstag, 21. Februar 2017

Wie das linksgrüne Milieu denkt: Religion ist Privatsache, Sexualität nicht

Plakat von "Kinder in Gefahr" bei einer "Demo für alle" in Stuttgart
In einem Interview für den „offenen Kanal Kassel“ habe ich die ungewöhnliche These geäußert, die katholische Kirche sei hinsichtlich Sexualität liberaler als das links-grüne Milieu. Meine Begründung: Die katholische Kirche vertritt zwar eine sehr strenge Sexualmoral, strebt aber gar nicht an, diese dem Volk über das Schulsystem aufzuoktroyieren, wie das viele Politiker wollen. Stattdessen behauptet die Kirche, dieser Bereich gehört ins Elternhaus, das heißt, ins Private.

Das linke Milieu ist der Auffassung, es sei hinsichtlich Sexualität sehr liberal. Ist das wirklich so?

Jedenfalls nicht, wenn man unter „liberal“ eine Grundhaltung versteht, nach der jeder allein für sich selbst entscheiden soll, wie er leben und denken will.

Keineswegs ist das die Grundhaltung der Linksgrünen: Linke und Grüne missionieren ihre Gender-Ideologie mit einem Eifer, den man bei Christen selten findet. Sie verteidigen diese irrsinnige Ideologie mit einem Fanatismus, den man sonst nur in besonders radikalen Sekten findet.

Und vor allem: Linke und Grüne fordern, dass der Staat seine Machtinstrumente verwendet, um diese Ideologie dem ganzen Volk aufzuoktroyieren. Auf diese Weise wird Gender in Deutschland systematisch zu einer wahren Staatsdoktrin erhoben.

Nichts Derartiges ist von der katholischen Kirche zu vernehmen: Ihre Sexualmoral ist zwar streng, doch keineswegs wird gefordert, dass sie via Schulsystem zu einer Art Staatsdoktrin wird.

Wenn es um Religion in der Öffentlichkeit geht, werden die Rollen gewissermaßen getauscht. Je weiter man nach links blickt, desto deutlicher wird behauptet, Religion sollte reine Privatsache sein.

Auch dieses Credo der Linken wird mit einem Impetus und mit einer Aggressivität verteidigt, die man im christlichen Milieu kaum kennt. Man muss nur einmal zu einer Demonstration von Lebensrechtlern oder zu einer „Demo für Alle“ gehen, um eine Idee der Wut und des Hasses der linken Gegendemonstranten zu sehen. Die Gotteslästerungen, zu denen die linksradikalen Chaoten fähig sind, kann man gar nicht wiedergeben. Und dabei sind manche dieser Straßendemonstrationen gar nicht christlich geprägt, jedenfalls nach außen nicht. Doch schon allein der Verdacht, dass diese Menschen christlich motiviert sein könnten, bringt die Chaoten zur Weißglut.

Ist das etwa ein Zeichen von Liberalismus und Toleranz?

Dabei fordert beispielsweise die katholische Kirche keineswegs, dass Religion generell öffentlich sein soll. Sie will Freiheit für die Religionsausübung und mischt sich ein, wenn es um Gesetze oder sonstige Aspekte des öffentlichen Lebens geht, die die Moral betreffen, wie das Elternrecht, welches beim Thema Sexualerziehung eine besonders große Rolle spielt.

Zudem sind – um bei der katholischen Kirche zu bleiben – ihre Argumente nicht direkt aus der Bibel entnommen, sondern aus dem Naturrecht, also einem universellen und unabhängig von der religiösen Konfession gültigen Referenzpunkt.

Allein aus Gründen des heute so hoch gepriesenen Pluralismus müsste die Stimme der Kirche bzw. der Christen willkommen sein.

[Fairerweise muss man an dieser Stelle feststellen, dass die Grünen keinen radikalen Laizismus vertreten. Gleichwohl nutzen sie punktuell radikallaizistische Argumente, wie beispielsweise in der Auseinandersetzung um "Gender" in den Schulen.]

Es kommt hinzu, dass – zumindest was die katholische Kirche betrifft – gar kein Anspruch besteht, den Staat bzw. das politische Leben eines Landes in allen Bereichen beeinflussen zu wollen.

Im Gegensatz dazu wollen Linksgrüne alle öffentlichen Lebensbereiche prägen und daß der Staat überall, inklusive im Privaten, Vorschriften macht und durchsetzt, wie etwa beim Essen (Nur ein Beispiel: https://www.gruene-bundestag.de/themen/ernaehrung.html ).

An diesen wenigen Überlegungen und Beispielen wird klar: Viele benutzen die Worte „Liberalismus“, "Toleranz“ oder „Trennung von Kirche und Staat“ als Tarnworte und wollen in Wahrheit ihren eigenen absoluten ideologischen Anspruch kaschieren.
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Montag, 20. Februar 2017

Dax-Konzern Telekom im Dienst der neomarxistischen Kulturrevolution

Telekom Gender-Werbung: Baby und zwei Frauen (Screenshot der Werbung)
Das ideologische Spektrum von grün bis dunkelrot übt sich gerne in der Schelte von Großbanken, der Großindustrie der internationalen Multis. Für sie sind das mehr oder weniger Blutegel, die das Leben derjenigen aussaugen, die wirklich Tag für Tag hart arbeiten.

Diese sozialistisch/marxistische Rhetorik wird jedes Mal aus der Mottenkiste geholt, wenn die Presse über zu hohe Bonuszahlungen oder einen Korruptionsskandal berichtet.

Das alte Bild des Klassenkampfes scheint immer noch gute Dienste für unsere Politiker zu leisten, deren Herz (gerne mal) „links“ schlägt, egal, welcher Couleur sie sind.

Genau diese Politiker sind aber auffallend still, wenn Dax-Konzerne nicht wie gnadenlose Kapitalisten in Erscheinung treten, sondern als Propagandisten der Kulturrevolution im Sinne der 1968er-Bewegung und der „sexuellen Revolution“.

Das aktuelle Beispiel ist eine Werbung der sogenannten Family-Card. Dieser Vertrag bietet die Möglichkeit einer Zweitkarte für einen Familienangehörigen.

Doch was die Telekom unter „Family“ versteht, hat in Wahrheit nichts mit Familie zu tun. Das Dax-Unternehmen hat für sich entschieden, dass alle möglichen homosexuellen und sonstigen Partnerschaftsformen auch „Familie“ sind.

Somit handelt es sich hier nicht bloß um Werbung für einen Telefon-Vertrag, sondern um regelrechte Gender-Propaganda. Ein neomarxistisches Familienbild soll in den Mentalitäten und in der Gesellschaft verankert werden.

Antonio Gramsci, der große Theoretiker einer marxistischen Kulturrevolution, und Herbert Marcuse, der Hauptdenker der 1968er-Bewegung, wären über den Werbespot der „Deutschen Telekom“ begeistert.

Seit Jahrzehnten erleben wir einen wahren Propagandafeldzug, um die Idee zu propagieren, Ehe und Familie seien beliebige Konstellationen von Personen und das Geschlecht sei mehr oder weniger unerheblich.

Die Verbreitung dieser Ideologie wird mit massiven finanziellen Mitteln vorangetrieben. Die immer wieder genannten „neuen gesellschaftlichen Realitäten“ sind Frucht dieser Werbekampagnen und der Lobbyarbeit bestimmter Organisationen.

Auf diese Weise werden die Ansichten der Menschen und die gesamte Kultur verändert.

Anders ausgedrückt: Stückweise werden so die noch existierenden Reste einer christlichen Gesellschaftsordnung, deren Grundlage die Ehe zwischen Mann und Frau ist, zerstört. 


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Samstag, 18. Februar 2017

Stellungnahme zum seit einigen Tagen kursierenden Manifest "SineDubia - Wir gehen mit Papst Franziskus!"

Nur zwei Stellungnahmen aus den letzten Tagen: Kardinal Coccopalmerio ist der Auffassung, Amoris laetitia öffnet die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene. Kardinal Ruini (der nicht gerade zum konservativen Flügel gehört) ist der Auffassung, AL öffnet NICHT die Kommunion für die WVG. Offensichtlich besteht Klärungsbedarf in dieser Hinsicht. Das ist das Anliegen der Dubia-Kardinäle. Währenddessen schaffen manche Bischöfe oder gar Bischofskonferenzen (wie etwa die Deutsche) Fakten. Diese Klärung kann nur von Papst Franziskus selbst kommen. Die Stoßrichtung dieses Manifests ist mir deshalb unklar, die Schärfe der Kritik halte ich für unangemessen.

Die Sorgen moderner Jesuiten: Toiletten Transsexueller


Freitag, 17. Februar 2017

Ungeborene Kinder mit Trisomie: Neuer Tabubruch im leisen Anmarsch

Tagung des "Gemeinsamen Bundesausschusses": In dieser kalten Atmosphäre wird über Leben und Tod entschieden. Pressefoto G-BA
Die Meldung des Ärzteblattes vom 16. Februar 2017 scheint auf dem ersten Blick alltäglich und harmlos:

„Die Mitglieder des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) haben Versicherteninformationen zur nicht invasiven Pränataldiagnostik (NIPD) zur Bestimmung des Risikos autosomaler Trisomien 13, 18 und 21 mit Hilfe von speziellen Tests in Auftrag gegeben. Das zuständige Institut für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) soll die Informationen für werdende Eltern in den kommenden Monaten zusammenstellen.“

Übersetzt man den Text ins Umgangsdeutsche, wird die Tragweite der oben erläuterten Entscheidung des Gremiums, in welchen Krankenkassen, Ärzte und sonstige Personen, die im Gesundheitswesen involviert sind, deutlicher:

Die deutschen Krankenkassen haben eine Informationsbroschüre für schwangere Mütter in Auftrag gegeben. Diese Broschüre wird über die existierenden Bluttests, die das Risiko angeben, dass das eigene Kind an Down-Syndrom oder eine ähnliche genetische Krankheit leidet, informieren.

Das deutsche Gesundheitswesen macht also in gewisser Weise Werbung für Bluttests, deren Hauptfunktion das Auffinden von Gendefekten ist.

Was das konkret bedeutet, sagt uns die Statistik, also eine kalte Zahl: Ca. 95 Prozent der Kinder mit Down-Syndrom (Trisomie 21) werden abgetrieben, also vor der Geburt getötet. Richtigerweise müsste man sagen, 95 Prozent der Kinder, die möglicherweise Down-Syndrom haben, werden abgetrieben, denn absolute Sicherheit können auch die Bluttests nicht geben.

Der Schritt der Krankenkassen (vor allem sie wollen die Bluttests mehr oder weniger zu einer Standarduntersuchung bei Risikoschwangerschaften machen) scheint ein kleiner Schritt zu sein. Was kann man schon gegen Information haben?

Doch in der Tat ist es ein gewaltiger Schritt, der unternommen wird. Denn es geht um die endgültige Akzeptanz der fast kompletten Tötung einer Bevölkerungsgruppe durch unser Gesundheitsapparat.

Kurz: Das deutsche Gesundheitssystem findet sich damit ab, dass fast alle diese Menschen mit bestimmten Gendefekten getötet werden.

Und es wird nicht bei dieser Informationsbroschüre bleiben. Angestrebt wird die Übernahme dieser Bluttests in den Katalog der regulären Krankenkassenleistungen.

Was machen unsere Politiker währenddessen? Am 27. Januar 2017 lauschte der Bundestag beim Gedenktag der Opfer des Holocaust dem Schauspieler Sebastian Urbanski. Dieses Jahr wurde vor allem an die Opfer des NS-Euthanasieprogramms, das sog. „lebensunwertes Leben“ vernichtete, erinnert. Urbanski, der das Down-Syndrom hat, las einen Brief eines 1945 in diesem Vernichtungsprogramm Ermordeten.

Und unsere Medien? Die RTL-Serie „Unter uns“, eine der erfolgreichsten überhaupt, legt dieses Jahr einen Schwerpunkt auf Trisomie 21 (Down-Syndrom).

Ist das nicht makaber? Während Menschen mit Down-Syndrom in Politik und Medien sichtbar gemacht werden, verschwinden sie aus dem tatsächlichen Leben. Unser „Gesundheitssystem“ sorgt dafür.

Tun wir was dagegen! Erheben wir unsere Stimme gegen diese himmelschreiende Ungerechtigkeit.


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Mittwoch, 15. Februar 2017

Schulpolitik: Kann die CDU das Vertrauen der Eltern wieder gewinnen?

Pressefoto CDU-Deutschland
In den letzten Wochen erhielt ich einige Brief mit etwa folgendem Wortlaut: „Man kommt sich – menschlich gesprochen – machtlos vor: Einer Welle gegenüber die einen überrollt.“ Ein CDU-Mitglied schrieb mir: „In der sehr unerfreulichen Geschichte des Lehrplans zur Sexualerziehung bewegt sich fast nichts und alle Kritik wird abgeblockt.“

Obwohl ich solche Einschätzungen nicht teile, kann ich verstehen, dass manche angesichts der gegenwärtigen Lage mutlos werden.

Insbesondere Personen, die es gewohnt waren, dass im Bereich der Schulpolitik die CDU ihre Interessen gegenüber der SPD verteidigen, sind mit dem neuen „Lehrplan zur Sexualerziehung“ von CDU-Kultusminister Ralph Alexander Lorz geschockt und paralysiert.

Viele hoffen, dass die CDU zur Raison kommt und von sich aus ihren fatalen Fehler erkennt: Die neuen Richtlinien sind nichts anderes als ein Gender-Lehrplan, den der CDU-Kultusminister in Kraft gesetzt hat, um die Wünsche der Grünen, der gegenwärtige Koalitionspartner, zu befriedigen.

Lorz´ Erlass empört die eigene Basis und stellt auch überhaupt einen eklatanten Bruch mit der Tradition der CDU, die Schulpolitik (einigermaßen) ideologiefrei zu belassen.

Damit ist nun Schluss. Die CDU hat diesen Lehrplan trotz des Widerstandes der Elternbeiräte (auf Landes- und Lokalebene), der katholischen Kirche und der eigenen Basis erlassen.

Seit dem Zeitpunkt des Erlasses hat sich die CDU darauf beschränkt, die Gemüter zu besänftigen. Sie will ihre eigenen Leute einlullen. In Antwortbriefen ist sie auf die Kritikpunkte praktisch nicht eingegangen. Sie hofft wohl, dass das Thema von allein verschwindet.

Es ist völlig klar: Die CDU-Hessen will nicht oder ist gar nicht in der Lage, auf offene und ehrliche Weise den Gender-Lehrplan ihres Kultusministers zu verteidigen.

Der Schaden, den die Christdemokraten für sich selbst angerichtet haben, ist enorm. Einen wichtigen Teil ihrer Wählerbasis (Eltern mit Kinder, Katholiken, bürgerlich gesinnte Familien etc.) hat sie vor den Kopf gestoßen.

Und das beim Thema Schulpolitik!

Schulpolitik ist oft bei Landtagswahlen entscheidend. Gerade in Hessen hat die SPD ihre jahrzehntelange Dominanz aufgrund ihrer vermurksten Schulpolitik verloren.

Ist der Schaden, der Kultusminister Ralph Alexander Lorz angerichtet hat, irreparabel?

Falls die CDU weiterhin ihre Politik des Einlullens betreibt, ja. Dann hat sie gezeigt, dass sie sich für eine gegen die Eltern und gegen ihre eigene Klientel gerichtete Ideologisierung der Schulpolitik entschieden hat. Und es ist nicht irgendeine Ideologie: Es ist die Gender-Ideologie, also einer der wichtigsten Bestandteile grüner Gesellschaftspolitik.

Zu diesem für die CDU düsteren Bild kommt hinzu, dass wenig Reaktion aus dem Inneren der Partei kommt. Damit gibt man unwillkürlich den Stimmen Recht, die seit Langem behaupten, in der CDU ließe sich nicht mehr Politik betreiben. Ein Klima der Angst würde jegliche Dissidenz ersticken. Diese Partei sei zu einem Abknickverein verkommen.

Aber möglichweise schafft es die CDU-Hessen noch, ihren Fehler rückgängig zu machen. Oder sie tut es aus schlichtem Kalkül, sollte die Aussicht auf eine Neuauflage von schwarz-grün schwinden.

Eines steht jedenfalls fest: Man kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass die Parteien die Rechte und die Interessen der Bürger schützen. Die Bürger müssen sich organisieren, damit sie im Grunde die Politiker zwingen, das Richtige zu tun. Ansonsten wird die Schulpolitik immer mehr in die Hände von Ideologen geraten.

Dienstag, 14. Februar 2017

Ist die Sexualerziehung in Deutschland noch zu retten?

Für den Schutz der Kinder darf man sich nicht auf die Parteien verlassen. "Demo für alle" in Wiesbaden gegen den neuen "Lehrplan zur Sexualerziehung"
Nachdem es in Deutschland einige Jahre relativ ruhig rund um die Schulsexualerziehung wurde, kommt sie spätestens seit 2013/2014 immer wieder in Schlagzeilen.

Der wichtigste, aber nicht der einzige Grunde ist Gender. Der sog. „Bildungsplan 2015“ für die Schulen Baden-Württembergs“ sah dermaßen massiv die Einführung von Gender in die schulische Erziehung vor, dass ein Sturm des Protestes entstand. Dieser Sturm zieht seitdem von Bundesland zu Bundesland. Gegenwärtig ist Hessen das Epizentrum aufgrund der neuen „Richtlinien für die Sexualerziehung“ von Kultusminister Ralph Alexander Lorz.

Wie hier schon oft erläutert wurde, ist Lorz´ Lehrplan nichts anderes als ein Gender-Lehrplan, in welchem diese absurde Ideologie in der Form von „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in die Schulen kommt, und zwar für Kinder ab sechs Jahren, die sich z.B. mit „gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“ auseinandersetzen müssen. Eltern und Großeltern sind entsetzt und fassen es nicht, dass just ein CDU-Kultusminister einen solchen Erlass fabriziert.

Kritik an der Schulsexualerziehung gab es aber schon immer, manchmal lauter, manchmal leiser.

Der typische und gerechtfertigte Vorwurf in den 1990er Jahren war: Den Kindern werden Details über das Intimleben zu früh vermittelt und sie werden neugierig gemacht. Sexualkunde sei in Wahrheit „Verhütungsunterricht“.

Insbesondere katholische und evangelikale Eltern protestierten, weil sie ihr Elternrecht auf Erziehung verletzt sahen. Immer wieder kam zu Verhaftungen von Eltern, die ihre Kinder nicht am Sexualkundeunterricht teilnehmen lassen wollten.

Die Befürworter der Sexualerziehung an den Schulen gaben zu bedenken, dass Kinder in unserer sexualisierten Welt eine Orientierung in diesem Bereich bräuchten. Diese erhielten sie nicht zu Hause, weil viele Eltern schlichtweg dazu nicht in der Lage seien.

Beide Positionen beinhalten vernünftig Argumente (Ich persönlich trete für die Elternrecht-Position ein. Diese wird auch von der katholischen Kirche vertreten: Die Sexualerziehung ist primär Sache der Eltern. Der Staat darf sich nur einmischen im Falle einer Ermangelung elterlicher Erziehung).

Fände jetzt eine Debatte zwischen den beiden erwähnten Positionen statt, wäre eine Lösung nicht so schwierig und die Diskussion um das Thema wäre auch nicht so heftig.

Doch in Deutschland kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Die Schulsexualerziehung war von vornherein sehr stark ideologisch geprägt.

Bei ihrer Einführung Anfang der 1970er Jahre, wurde sie maßgeblich von Personen gestaltet, die der sog. „emanzipatorischen Sexualerziehung“ anhingen. Sie wollten die Ideen der „sexuellen Revolution“ der 1968er-Bewegung (Herbert Marcuse mit seinem Aufsatz „Triebstruktur und Gesellschaft“ gab einen entscheidenden Impuls) verwirklicht sehen. Die bürgerliche Moral wurde als repressiv scharf abgelehnt und sollte im Sexualkundeunterricht bekämpft werden. Die christliche Sicht von Sexualität – vor allem die katholische – war das absolute Feindbild.

Für diese „Pädagogen“ (Helmut Kentler war einer der bekanntesten) sollte der Sexualkundeunterricht tatsächlich eine antibürgerliche und antichristliche Sexual-Ideologie vermitteln.

Dieser - wenn man so will – „Geburtsfehler“ der deutschen Schulsexualerziehung wurde niemals behoben. Stets wurden die Ideen über Sexualität inkorporiert, die in linksintellektuellen Milieus gerade Mode waren.

Die CDU hat immer versucht, diesen Unterricht einigermaßen von diesen Ideologien frei zu halten, was ihr nicht immer gelang. Dennoch konnten sich aber die Eltern darauf verlassen, dass die Christdemokraten dafür sorgen würden, dass Ideologen nicht ungehemmt diesen Unterricht gestalten würden.

Dass gerade nun in Hessen die CDU einen totalen Gender-Lehrplan einführt, hat die Eltern schockiert. Sie haben nie damit gerechnet, dass die CDU ihnen in dieser Form in den Rücken fallen würde.

Doch nun zur Anfangsfrage: Ist die Sexualerziehung in Deutschland noch zu retten?

Ich behaupte: Nein, sie ist es nicht. Richtlinien, pädagogische Fachbücher und die Ausbildung der Lehrer sind durch und durch von den Ideen der sexuellen Revolution der  1968er-Bewegung und ihrer Nachfolger durchdrungen.

Auf diese Weise erhebt jede neue Generation von Pädagogen und  Schulpolitikern den Anspruch, „ihre“ ideologischen Vorstellungen zur menschlichen Sexualität zu implementieren.

Zurzeit ist Gender die neue Mode-Ideologie. Bald dürfte die Behandlung von Transsexualität der neue Hype deutscher Pädagogen werden.

Die Tatsache, dass das Elternrecht auf Erziehung nach wie vor gültig ist und sogar verfassungsrechtlichen Rang hat, schützt nicht vor der Ideologisierung des Schulsexualunterrichts. Selbst die Urteile des Bundesverfassungsgerichtes, die einen Indoktrinationsverbot vorschreiben, scheinen tote Normen zu sein.

Unter diesen Umständen ist die einzige Lösung, dass die Eltern aktiv werden. Sie können sich nicht auf die Parteien verlassen und müssen selber dahinwirken, dass der Sexualkundeunterricht nicht entgleist, wie das leider allzu oft geschieht.

Auf Dauer sollten Strategien entwickelt werden, die Sexualkunde zu einem Wahlpflichtfach machen und Eltern ihre Kinder davon befreien können.

Montag, 13. Februar 2017

Welcher Geist herrscht bei „katholisch.de“? / Dauerpolemik und Kampagnenjournalismus

Zum fremdschämen: Tweet des Chefredakteurs von katholisch.de
Berechtigte Empörung provozierte ein Tweet des Chefredakteurs von „katholisch.de“, Steffen Zimmermann. Mit Fäkalsprache beleidigt er die AfD-Vertreter bei der Bundesversammlung am 12. Februar 2017 und alle Wähler dieser Partei.

Geradezu ironisch wirkt die Tatsache, dass der neue Bundespräsident, Walter Steinmeier, den Umgangston in sozialen Netzwerken beklagt.

Zimmermann selbst, oder jemand in der Redaktion, hat wohl schnell gespürt, dass diese Bemerkung definitiv zu weit ging und löschte nicht nur den Tweet, sondern gleich das Konto. Schon in der Nacht von Sonntag auf Montag zeigte Twitter die Meldung „Sorry, diese Seite existiert nicht!“.

Dieser Tweet ist aber keineswegs ein Einzelfall. „Katholisch.de“ ist schon seit Langem ein Ärgernis für viele Gläubige und nicht selten zum Fremdschämen.

Man fragt sich unwillkürlich, welcher Geist in der Redaktion dieses kirchenfinanzierten Portals herrscht.

Wenn es beispielsweise darum geht, Kritik an konservativen Katholiken zu üben, fehlt jede Verhältnismäßigkeit.

So wurden am 14. Januar 2017 die vier Dubia-Kardinäle Burke, Brandmüller, Meisner und Caffarra mit den Mördern Brutus und Cassius verglichen. So wertet man bei katholisch.de eine Anfrage beim Papst, er möge zu gewissen Punkten in seinem Schreiben Amoris Laetitia Stellung nehmen. Fragen zu stellen (in Form von Dubia) wird mit einem Cäsarenmord in Zusammenhang gebracht.

Das reichte der Redaktion wohl nicht. Wenige Tage später, am 18. Januar 2017, legte man nach und „katholisch.de“ machte sich Gedanken darüber, was wohl die Kritiker von „Amoris laetitia“ antreibt.

Zitat: „Es sind die selbsternannten Bewahrer der Lehre, die vor allem mit ‚Amoris laetitia‘ und der Zulassung Wiederverheirateter zur Eucharistie überfordert zu sein scheinen. Innerlich zerrissen zwischen Papst- und scheinbarer Lehramtstreue nehmen ihre Äußerungen – vom US-Kardinal bis hin zum deutschen Blogger – immer absurdere Züge an. Man spricht dem Lehrschreiben die Verbindlichkeit ab, fordert eine Klarstellung, will Franziskus formal korrigieren oder plädiert dafür, doch erst einmal auf den eigenen Bischof statt auf den Papst zu hören. Ab und zu fallen sogar Worte wie ‚Häretiker‘ oder 'Schisma'. Doch woher kommt all der Hass? Wovor haben die konservativen Katholiken eigentlich Angst?“

Wohlgemerkt: Unter diesen Personen befindet sich selbst jemand wie Kardinal Carlo Caffarra, einer der anerkanntesten Moraltheologen der Gegenwart. Auch der päpstliche Ehrenprälat, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, Kardinal Walter Brandmüller, ist demzufolge lediglich von Hass angetrieben. Dass diese beiden und viele andere, die Amoris Laetitia kritisiert haben, wie etwa der Philosoph Robert Spaemann, zahlreiche Bücher veröffentlicht haben, muss nicht eigens erwähnt werden. 


Für "katholisch.de" spielt das alles keine Rolle. Das alles sind Personen, die aus der Zeit gefallen sind und eben aus Hass handeln. An dieser Stelle fragt man sich, was im Kopf der Verantwortlichen dieses Informationsportals der deutschen Bischofskonferenz vorgeht. Sind sie dermaßen von Narzissmus befallen, dass sie nicht merken, wie abfällig und überheblich sie über andere urteilen? Ist das etwa die Art und Weise, wie die katholische Kirche in Deutschland das Herz der Menschen für den Glauben gewinnen will?

Im Vorfeld der Familiensynode im Herbst 2015 konnte man laufend Artikel in „katholisch.de“ lesen, die der katholischen Morallehre widersprachen. Das Portal betrieb einen regelrechten Kampagnenjournalismus gegen das Lehramt.

Zu Recht empören sich viele Katholiken regelmäßig über dieses Portal. Kirchensteuern werden dazu verwendet, andere Katholiken – insbesondere konservative – zu verschmähen oder zu verspotten. Die Lehre der Kirche wird laufend angegriffen.

Ist das die Internet-Pastoral, die sich die Bischofskonferenz wünscht? Es wäre jedenfalls endlich Zeit, einzuschreiten und Maßnahmen zu treffen, damit sich solche Entgleisungen in der Zukunft nicht wiederholen.


Samstag, 11. Februar 2017

Sexualerziehung: Politiker fordern Blankoscheck von den Eltern/Darf man den Schulpolitikern vertrauen?

Kultusminister Ralph Alexander Lorz: Darf/Soll man ihm vertrauen? Foto: HKM/Manjit Jari
In Podiumsdiskussionen, Vorträgen oder Fragestunden mit Bürgern sagen die für Sexualkunde zuständigen Politiker stets dasselbe: Man solle vertrauen, dass das Wohl der Kinder im Fokus der Erziehung stünde.

Geradezu wütend werden diese Politiker, wenn Eltern sich beklagen, in den Schulen würde Frühsexualisierung betrieben, denn die Kinder würden mit Inhalten und Details des Sexuallebens konfrontiert, für die sie nicht vorbereitet sind.

Stets antworten sie dann: Das seien Unterstellungen, und falls so was mal vorgekommen sei, wären das Einzelfälle.

Vor allem in Hessen hört oder liest man ständig solche Sprüche seitens unserer Politiker seit Inkrafttreten der neuen „Richtlinien für die Sexualerziehung“ im Spätsommer 2016.

Darf man diesen Politikern vertrauen? Ist die Kritik an der Sexualkunde oder den neuen Lehrplänen überzogen?

Dazu einige (von vielen) Überlegungen:

1. Wenn Eltern ihre Kinder zur Schule schicken, vertrauen sie dem Schulsystem und damit den Schulpolitikern das wertvollste an, was sie haben. Es ist also völlig vernünftig und sogar angebracht, dass sie diesen Politikern kein grenzenloses Vertrauen schenken. Wenn man Güter anderen anvertraut, wie etwa Geld der Bank, ein Haus dem Mieter, den Wagen einer Werkstatt etc., will man auch irgendwelche Garantien haben. Diese Grundhaltung ist vernünftig und entspricht der menschlichen Natur.

2. Die übliche Haltung der Politiker in den Debatten über den Sexualkundeunterricht an den Schulen kann nur Misstrauen wecken. Analysieren wir den Fall Hessen als aktuelles Beispiel:

Gegen die „Richtlinien zur Sexualerziehung“ für die Hessischen Schulen gab es von vielen Seiten heftige Kritik (Katholische Kirche, Elternbeiräte, Philologenverband, etliche Vereine und Organisationen wie „Kinder in Gefahr“ etc.). Die zuständigen Politiker haben bis heute auf diese Kritikpunkte nicht angemessen geantwortet. In den Antworten von Kultusminister Ralph Alexander Lorz, CDU-Generalsekretär Manfred Pentz, CDU-Fraktionschef im Landtag Michael Boddenberg und anderen wurde nicht auf die Argumente gegen den neuen Lehrplan ernsthaft eingegangen.

Diese Politiker handeln nach dem Motto „Vogel, friss oder stirb“. Offensichtlich betreiben sie eine Strategie der sogenannten „asymmetrischen Demobilisierung“: Man spricht nicht über die Themen, die einen angreifbar machen, damit der politische Gegner seine eigene Basis nicht mobilisieren kann.

Doch im Falle des neuen Lehrplans für Hessen unternimmt die CDU (sie ist zurzeit zuständig für die Bildungspolitik) diese Strategie der „asymmetrischen Demobilisierung“ gegen die eigene Basis! Im Grunde will sie den Konflikt aussitzen.

Rein politisch ist diese Strategie falsch, weil die Schulpolitik in der Regel das wichtigste Thema in Landtagswahlen ist. Zu erwarten, dass sich die Menschen einfach abfinden, ist seitens der CDU einfach naiv.

Vor allem ist diese Strategie jedoch nicht geeignet, Vertrauen zu wecken. Anstatt die Menschen mit Argumenten zu überzeugen, will die Landesregierung die Menschen einlullen. Unsere Schulpolitiker bemühen sich geradezu, Misstrauen zu wecken.

3. Wenn die Politiker den Sexualkundeunterricht so toll und unbedenklich finden, ist nicht erklärlich, wieso er nicht als Wahlpflichtkurs angeboten wird. Das wäre naheliegend, denn dieser Unterricht ist im Grunde ein sog. „Querschnittsthema“, wie auch Menschenrechte, Demokratieverständnis etc.

Um beim hessischen Lehrplan zu bleiben: Eines der umstrittensten Punkte ist die Forderung (!) nach Akzeptanz „sexueller Vielfalt“. „Sexuelle Vielfalt“ ist nichts anderes als eine Umschreibung für Gender.

Die Politiker könnten so argumentieren: Es wäre gut, dass die Schulkinder „sexuelle Akzeptanz“ akzeptieren. Dafür werden wir Wahlpflichtkurse anbieten. Die Eltern sollen dann entscheiden, ob ihre sechsjährigen Kinder dort zum Beispiel lernen sollen, was gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind; das sieht der neue Lehrplan nämlich vor)

Die Schulpolitiker bieten diese Wahlfreiheit nicht an, weil sie wissen, dass viele Eltern das nicht akzeptieren werden. Dieser Unterricht muss deshalb verpflichtend sein.

Kann man aber dann ernsthaft behaupten, eine Indoktrinierung sei nicht angestrebt? Kann man von den Eltern unter diesen Umständen blindes Vertrauen verlangen?

Natürlich nicht. Diese Forderung nach einem Blankoscheck ist im Grunde nichts anderes als ein Kaschieren der brutalen Macht, mit der man bei der Durchsetzung der Gender-Lehrpläne vorgeht. Damit will man lediglich verhindern, dass das Ohnmachtsgefühl der Eltern eines Tages in blanke Wut umschlägt.

Der globale Kampf gegen das Leben / Wie der Westen die Abtreibungsmentalität zum Exportprodukt macht

Sammelt Geld für Abtreibungen: We Decide (Screenshot)
Eines der ersten administrativen Maßnahmen des neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, war, die Zuschüsse an US-amerikanische Organisationen zu stoppen, die im Ausland Abtreibungen finanzieren.

Diese Gelder flossen meistens in Entwicklungsländer in Afrika und Asien, in geringerem Maße nach Mittel- und Südamerika. Seit langem beschweren sich Politiker und Kirchenleute aus diesen Kontinenten, dass der Westen seine finanzielle Macht verwendet, um ihnen die Abtreibungsmentalität und eine pervertierte Moral aufzudrücken. Die Vereinigten Staaten steuerten ca. 600 Millionen US Dollar diesem Zweck zu. Diese Gelder hat Präsident Trump nun gestoppt.

Die Abtreibungslobby reagierte empört und ruft zu einer „Solidaritätskampagne“ mit dem Namen „We decide“ (Wir entscheiden) auf. Für den 2. März 2017 ist eine Spendenveranstaltung in Brüssel angekündigt.

Das Motto von „We decide“: Frauen und Mädchen sollten die Möglichkeit haben, zu entscheiden.

Dass es um die Entscheidung geht, das eigene Kind zu töten, wird auf der Internetseite von „We decide“ nicht erwähnt. Dieser wesentliche Aspekt wird überhaupt von den Abtreibungsaktivisten immer verschwiegen. Sie leben schon lange im „Postfaktischen Zeitalter“.

Die Regierungen Belgiens und der Niederlande haben schon zehn Millionen Euro beigesteuert und wollen nun andere Staaten dazu ermuntern, auch das Projekt finanziell zu unterstützen.

Diese Aktion ist nicht nur aufgrund ihrer lebensfeindlichen Intention skandalös.

Sie dokumentiert ebenfalls eine unglaubliche Arroganz und Überheblichkeit mancher westlicher Länder gegenüber der sogenannten „Dritten Welt“: Die Abtreibungsaktivisten auf politischer, medialer und NGO Ebene deklarieren ihre makabre Gesinnung zu einem Dogma, der weltweit mit der Macht des Geldes durchgesetzt werden soll. Dabei empfinden sie sich selbst wohl als besonders tolerant.

Die Allianz des Todes ist aber auch Ausdruck einer Entwicklung im Kampf um das Leben, die seit Jahren immer stärker geworden ist: Die Globalisierung.

Dieser Kampf um die Deutungshoheit in der Öffentlichkeit sprengt immer öfters die nationalen Grenzen.

Es gibt zwei Hauptgründe hierfür: 1. In den meisten Ländern hat sich der Staat bzw. die politische Klasse aus dieser Auseinandersetzung ganz zurückgezogen, wodurch der Kampf um das Leben vor allem ein Kampf um die Kultur geworden ist. 2. Aufgrund des Internets und der sozialen Netzwerke ist dieser Kulturkampf um das Leben global geworden. Auffällig war beispielsweise, mit welchem Interesse dieses Jahr deutsche Lebensrechtler den „March for Life“ in Washington verfolgten.

Dasselbe gilt aber auch für die Abtreibungslobby. Der Aktivismus der Lebensrechtler muss sich stärker auf diese neue Situation einstellen.


 © Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung

Freitag, 10. Februar 2017

Wichtige Stellungnahme zu Amoris laetitia von Prof. Andreas Wollbold

Screenshot Youtube
Am 8. Februar 2017 veröffentlichte die katholische „Tagespost“ ein Interview mit dem Priester und Pastoraltheologe, Prof. Andreas Wollbold, zum Schreiben der Deutschen Bischofskonferenz über „Amoris laetitia“.

Das DBK-Papier öffnet wiederverheirateten Geschiedenen die Kommunion in Einzelfällen. Das Schreiben erzeugte viel Irritation, weil es der Tradition und diversen Lehrschreiben der Kirche, wie etwa „Familiaris consortio“, widerspricht. Zusätzlich sorgte für Unverständnis die Tatsache, dass die Bischofskonferenz implizit zu wissen vorgibt, wie Papst Franziskus „Amoris laetitia“ interpretiert sehen will. So erklärte Bischof Konrad Zdarsa von Augsburg, Bischöfe haben den Papst nicht zu interpretieren.

Kath.net veröffentlichte eine Zusammenfassung des Interviews von Prof. Wollbold mit der Tagespost. Der entscheidende Absatz zur Problematik der wiederverheirateten Geschiedenen ist:

„Der Pastoraltheologe kritisiert dann, dass sowohl im Schreiben „Amoris laetitia“ als auch im Bischofswort die kirchenrechtliche Klarheit fehle. Das Schreiben der Bischofskonferenz behandle nur das "forum internum". Hier ist der geschützte Raum von Gewissen, Beichte und Seelsorge gemeint, der nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sei. Für die Öffentlichkeit selbst gelte aber laut Wollbold nach wie vor das „forum externum“ und damit auch Kanon 915 des CIC, nachdem wiederverheiratete Geschiedene an den Orten, wo ihre Situation bekannt sei, nicht zur Kommunion zugelassen werden dürfen.“

Der Kirchenrechtler P. Dr. Gero Weishaupt kommentierte die Stellungnahme von Prof. Wollhold folgendermaßen:

„Genau, so sehe ich das auch: Can 915 gilt nach wie vor. Denn die objektive Seite der Sünde des Ehebruches ist für den Kommunionspender wahrnehmbar. Die subjektive Seite freilich nicht. Man muss hier deutlich zwischen innerem Gewissensbereich und äußerem Rechtsbereich unterscheiden, d.h. zwischen der subjektiven Seite und der objektiven Seite der Sünde. Letztere bleibt bei innerer Nichtanrechenbarkeit der Sünde, aber bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der ehebrecherischen Status unverändert und verbietet damit die Zulassung zur Kommunion.“

Aus diesen beiden Texten wird verständlich, was das Dokument der Bischofskonferenz (gewollt oder ungewollt) bezweckt.

Der innere Gewissenbereich wird im DBK-Papier im Grunde zu einem äußeren Rechtsbereich gemacht, über welchen der Priester im Beichtstuhl urteilen muss. Das ist schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit, denn der Priester kann nun mal nicht ins Gewissen anderer hineinblicken. Das DBK-Papier fordert also etwas von den Beichtvätern, was sie gar nicht leisten können.

Abgesehen davon, setzt das DBK-Papier das Kirchenrecht außer Kraft. Dieses ist aber für die Priester verbindlich.

Durch das DBK-Papier wird auch die Morallehre der Kirche außer Kraft gesetzt. Im Papier wird zwar darauf hingewiesen, dass der Ehebruch eine schwere Sünde ist, dass man sich zum Empfang der Kommunion nicht im Zustand der schweren Sünde befinden darf etc., doch aufgrund der oben genannten Gründe bleibt die Morallehre wirkungslos.

Die Stellungnahme von Professor Wollhold ist deshalb so wertvoll, weil sie klare Kriterien für die Beurteilung der Interpretationen von Amoris laetitia und ihre Durchführung gibt.

Donnerstag, 9. Februar 2017

Kardinal Paul Josef Cordes würdigt Buch "Gender - was steckt dahinter?" von Mathias von Gersdorff

Kardinal  Cordes                   Vatikan, 9. 2. 2017


Lieber Herr von Gersdorff,
Paul Josef Kardinal Cordes.
Foto: Karl-Michael Soemer,
Lizenz CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons


Sie haben mir freundlicher Weise Ihre Publikation „Gender. Was steckt dahinter?“ (Illertissen 2015) zugesandt. Ich möchte Ihnen für das Buch danken. Es wird mir selbst eine hilfreiche Quelle sein in all den Sachfragen zur Gender-Problematik.

Es ist schon erstaunlich, wie lange auch wohlmeinende Zeitgenossen falschen Propheten nachlaufen und wie schwer sich Wahrheit der öffentlichen Meinung vermitteln läßt. Ich selbst bin dem Gender-Mainstreaming erstmals 1980 begegnet. Ich war damals Leiter der Vatikanischen Delegation bei der „Welt-Uno-Konferenz für die Frau“ in Kopenhagen. Militante Feministen versuchten den Begriff „Gender“ in die Schluß-Resolution einzuführen, und der Großteil der Teilnehmer wußte nichts von seiner anthropologischen Sprengkraft; er erschien nur ein harmloser, anderer Ausdruck für „Geschlecht“. So fischten die Kämpfer für „Womens‘ Rights“ im Trüben.

Fast vierzig Jahre sind seither vergangen, und für wache Menschenfreunde ist die diabolische Auswirkung des Genderismus Schritt für Schritt aufgewiesen worden; Ihre Veröffentlichung gibt zu diesem Wissensfortschritt einen guten Überblick. Wer die schlimmen Folgen der Ideologie immer noch bestreitet, steckt entweder den Kopf in den Sand – oder er ist ein Zyniker. Für Katholiken sprach Papst Franziskus ein Verdikt aus, das an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Er sagte in der Kathedrale auf dem Wawel (Krakau)Ende Juli vergangenen Jahres bei einer Begegnung mit dem polnischen Episkopat wörtlich:

„In Europa, in den USA, in Lateinamerika, in Afrika, in einigen Ländern Asiens gibt es einen wahren ideologischen Kolonialismus. Und einer von diesen – ich nenne ihn unverhohlen beim Namen – ist die Gender-Theorie! Heute wird den Kindern – den Kindern! – in der Schule beigebracht, dass jeder sein Geschlecht selber wählen kann. Und warum wird das gelehrt? Weil die Lehrbücher von den Personen und den Institutionen kommen, die dir das Geld geben. Das sind die Formen von ideologischem Kolonialismus, die auch von sehr einflussreichen Ländern unterstützt werden. Und das ist schrecklich.“

Möge Jesus, der Freund der Kinder, Sie in Ihrem Engagement für die Kleinen weiter geleiten.

Mit Segenswünschen     Ihr Kardinal Paul Josef Cordes


Das Buch kann beim VERLAG , bei AMAZON  oder im Buchhandel bestellt werden

Mittwoch, 8. Februar 2017

Abtreibungslobby hat neues Feindbild: Der Pro-Life-Arzt

Foto: Mathias von Gersdorff
Die Entscheidung von Thomas Börner, Chefarzt der Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik (EJK) in Dannenberg im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg, in seiner Klinik keine Abtreibungen vornehmen zu lassen, kommt für die Abtreibungslobby wie ein gefundenes Fressen.

Endlich haben sie wieder jemand, gegen den sie schimpfen und hetzen können. Endlich können sie sich als Opfer gebärden und laut ausrufen, das nicht existierende Recht, einen unschuldigen Menschen im Mutterleib zu töten, sei in Gefahr.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) hat gleich gedroht, den Geldhahn zuzudrehen: „Bei der Förderung von Investitionen der Krankenhäuser obliegt es nach einer Änderung des Bundesrechts den Ländern, Qualitätskriterien zugrunde zu legen. Eines dieser zahlreichen Kriterien kann gegebenenfalls auch die Sicherstellung von Schwangerschaftsabbrüchen im jeweiligen Einzugsbereich der Krankenhäuser sein“, zitiert Spiegel Online.

Die Gesundheitsministerin ignoriert die Tatsache, dass Ärzte nicht zu Abtreibungen gezwungen werden dürfen. Dennoch macht sie Druck, in dem sie finanzielle Repressionen androht.

Die Chefs von Capio Deutschland gerieten gleich in Panik: „Es wurde mit 32 Millionen vom Land Niedersachsen und von der EU gefördert. Und insofern kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Detailentscheidung einer einzigen Abteilung hier einen Einfluss hat auf die weitere Förderung der Klinik,“ wgberichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR).

Völlig absurd ist die Argumentation der FDP, von der man früher erwarten konnte, dass sie die Rechtslage kennt: Ein „ganz wesentliches Recht, für das Jahrzehnte lang gestritten wurde“  beschnitten werde. Wie bereits erwähnt, gibt es kein „Recht der Frau auf Abtreibung“.

Erstaunlich sachlich gaben sich diesmal die Grünen: „Rechtlich nicht zu beanstanden, aber bedauerlich“, so Thomas Schremmer von der Grünen-Landtagsfraktion.

„Wir sind entsetzt“, tönte Uta Engelhardt, Landesgeschäftsführerin von Pro Familia. „Diese Entscheidung der Klinik geht gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frauen. Die Frauen haben nun keine Möglichkeit mehr, in ihrem Landkreis einen Abbruch durchführen zu lassen. Sie müssen sich auf den Weg machen in andere Landkreise und andere Bundesländer, und das ist eine große Belastung", zitiert Spiegel Online.

Die Pro-Familia-Frau erwähnt nicht, dass Abtreibungen in Deutschland nach wie vor „rechtwidrige“ Handlungen sind und niemand das Recht hat, einen anderen Menschen zu röten.

Die linksalternative „Tageszeitung“ (taz) ist der Meinung, man bräuchte keine generelle Reduzierung von Abtreibungsangeboten befürchten. Die Entscheidung des Chefarztes der Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik werde wohl keine „Vorreiterrolle einnehmen“, so die taz.

Interessanterweise konstatiert aber die taz ein Erstarken der Lebensrechtbewegung, auch in Deutschland: „Gleichwohl ist die ‚Lebensschützer‘-Rhetorik von RechtspopulistInnen hierzulande, von manchen Christen und der erstarkenden Pro-Life-Bewegung nicht zu unterschätzen. Umfragen zufolge empfinden immer mehr junge Menschen Schwangerschaftsabbrüche als Mord. Das dürfte eine Folge der Dauerbeschallung durch die ‚LebensschützerInnen‘ sein, die bei Demos insbesondere jungen Menschen kleine Plastikföten in die Hand drücken, mit Sätzen wie: ‚Wenn du das wegmachen lässt, wirst du zum Mörder, zur Mörderin‘.“

Dieser Fall zeigt: Die Abtreibungslobby duldet nicht den geringsten Widerstand. Wer sich öffentlich gegen das Töten von ungeborenen Kindern positioniert, auch wenn er sich auf sein Recht bezieht, seinem Gewissen folgen zu wollen, wird medial und politisch in schärfster Form angegriffen.

Der Vorfall in Dannenberg zeigt, wie schwach das Bewusstsein für das Recht auf Leben, aber auch für den Rechtsstaat geworden ist. Chefarzt Thomas Börner handelt völlig rechtens. Es wäre die Pflicht der Politiker, sein Recht zu respektieren. Aber nein: Sie drohen, schimpfen, hetzen.


© Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung

Dienstag, 7. Februar 2017

FAZ: Nach DBK-Papier zu WVG werden Frauenpriestertum und Ende des Zölibats gefordert

Deutschland braucht einen neuen Hl. Bonifatius. Foto: Jorge Saidl
Eines muss man dem Progressisten lassen: Sie haben nicht den Hang, sich mit wenig zu begnügen und streben stets nach maximalen Zielen.

So auch nach der Veröffentlichung des Wortes der deutschen Bischöfe „,Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche‘ – Einladung zu einer erneuerten Ehe- und Familienpastoral im Licht von Amoris laetitia“. Laut diesem sollen wiederverheiratete Geschiedene unter gewissen Bedingungen zur Kommunion zugelassen werden.

Dass das dem Progressismus nicht reichen würde, war aber von vornherein klar. Die Kirchenzeitung des Bistums Limburg hat wenige Tage nach der Veröffentlichung des DBK-Papiers die Frage aufgeworfen, ob nun nicht auch Ausnahmen für homosexuelle Paare und wilde Ehen gemacht werden müssten.

Aber das ist noch längst nicht alles in der "reformkatholischen" Agenda.

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ ist nun der Auffassung, Diakonat und Priesteramt müsse für Frauen geöffnet und das Zölibat abgeschafft werden.

Es wäre nämlich an der Zeit, „die Siebenmeilenstiefel zu schnüren, falls die Kirche wieder in Kontakt zu den Gläubigen treten will. Sonst sind nämlich bald keine mehr da“, prophezeit die FAS.

Das klingt zwar überheblich und anmaßend, doch so deutsche progressistische Kirchenleute selber argumentiert: Man müsse die Lehre mit der Realität in Harmonie bringen. Manche Bischöfe, katholische Medien, wie etwa katholisches.de (Internetportal von der Bischofskonferenz) und Organisationen wie auch das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ haben gebetsmühlenartig diese These wiederholt.

Kann man sich dann wundern, dass auch viele im Kirchenvolk – oder eben die FAZ – nicht mehr die christliche Wahrheit, sondern die abweichende Praxis in den Mittelpunkt stellen?

Jene deutschen Bischöfe, denen noch die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland am Herzen liegt, müssen jetzt handeln und zwar energisch.

Die Geschichte zeigt ganz klar: Wenn man hinsichtlich der Lehre kleine Zugeständnisse gewährt, kommt man nicht umhin, immer mehr und größere zu machen. Irgendwann ist vom katholischen Glauben nichts mehr übrig und es hat sich eine andere Denomination gebildet. Historische Beispiele gibt es genügend, gerade in Deutschland.

Es ist dringend nötig, dass in dieser Krisensituation glaubenstreue Bischöfe ihre Stimme gegen die rasante Zerstörung der katholischen Kirche und des katholischen Glaubens erheben.

Montag, 6. Februar 2017

Gender-Indoktrination in Kitas: Der „Kita-Koffer“ von Queer-Net

Kita Koffer, Screenshot Flyer aus queernet-rlp
Immer wieder erhalte ich Post, in welcher behauptet wird, man könne von „Gender-Indoktrinierung“ oder „Gender den Schulen“ nicht sprechen. Das wäre gar nicht möglich und ich würde übertreiben.

Ich muss gestehen, dass ich für die Personen, die mir solche Briefe schreiben, höchstes Verständnis habe. Es ist nämlich unfassbar, was bestimmte Politiker mit den Kindern in den Kitas, Kindergärten oder Schulen vorhaben. Man hält das nicht für möglich.

Deshalb bin ich inzwischen übergegangen, viele Zitate zu benutzen. Seitdem ist die Zahl der Skeptiker gesunken.

Diese Vorgehensweise will ich deshalb erneut verwenden, wenn ich den sogenannten „Kita Koffer“ von Queernet beschreibe. Zitate reichen aus um zu ermessen, in welchem Maße und mit welcher Skrupellosigkeit man dabei ist, die Kinder im Sinne von Gender zu indoktrinieren.

Der Kita-Koffer „Familien- und Lebensvielfalt“ enthält Bilderbücher und Spiele für die Arbeit mit Kindern zwischen 2-6 Jahren sowie Informations-Material für Erzieherinnen und Erzieher. Zusammengestellt wurde er in Kooperation mit der Initiative lesbischer und schwuler Eltern (ILSE) und mit Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz. (Quelle: www.queernet-rlp.de)

Inhaltliche Schwerpunkte des Koffers bilden die Themen Vielfalt der Familienformen, der Umgang mit Geschlechterrollen sowie die Wertschätzung individueller Unterschiede. Da zum Thema Regenbogenfamilien (schwule und lesbische Paare mit Kindern) geeignete pädagogische Materialien in der Regel noch nicht in Kindertageseinrichtungen vorhanden sind, wurde dieser Aspekt familiärer Vielfalt besonders berücksichtigt. (Aus Queernet-rlp)

Dabei stellt die Erziehung zur Akzeptanz von Vielfalt einen wichtigen Auftrag an die frühkindlichen Bildungseinrichtungen dar, der auch in den „Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz“ formuliert wird. (Aus Queernet-rlp)

Um den Einsatz ihres Kita-Koffers und damit eine Erziehung zu Offenheit und Toleranz zu unterstützen, schult Queernet künftige Erzieherinnen. (Trierischer Volksfreund Online).

Die Schülerinnen interessiert vor allem, wie sie mit schwierigen Fragen der Kinder umgehen können. Hier soll das Material im Koffer einen unkomplizierten Umgang ermöglichen. (Trierischer Volksfreund)

"Der Kita-Koffer hat sich bewährt, um den vorurteilsfreien Umgang mit Familien- und Lebensvielfalt zu fördern, der Kinder in ihrem Alltag und in ihrer Kita begegnen", erklärte Alt am Donnerstag. "Die große Nachfrage der Kitas und die positiven Rückmeldungen der Fachkräfte bestätigen uns in diesem Konzept." (Landesfamilienministerin Irele Alt, Rheinland-Pfalz, in Queer.de: Rheinland-Pfalz: Kita-Koffer ist ein Erfolg)

In dem Koffer sind Bilderbücher und Spiele für die Arbeit mit Kindern zwischen zwei und sechs Jahren sowie Informations-Materialien für Erzieher enthalten. Sie sollen die Kinder mit dem Thema Vielfalt im Alltag vertraut machen – sowohl was Vielfalt von Einzelpersonen, aber auch von Familienformen betrifft. (Queer.de)

Der Koffer enthält Kinderbücher und Spiele zu familiärer und individueller Vielfalt sowie Fachliteratur zu vorurteilsbewusster Pädagogik, zu Geschlechterrollen und gleichgeschlechtlichen Familien und soll interessierten Kitas zur Verfügung stehen. (Quelle: jugendhilfeportal.de)

Bildung und Erziehung fängt früh an, und Themen wie Toleranz, Verschiedenheit, Vielfalt können schon mit den Kleinsten thematisiert werden. Dazu lädt in Mainz ein didaktischer Koffer mit Büchern und Spielen ein, der sich an Kindertagesstätten richtet – entwickelt von Queernet RLP, in Zusammenarbeit mit ILSE (Initiative lesbischer und schwuler Eltern) im LSVD (Quelle: rainbowfamilynews.de)

Bistumszeitung Limburg: DBK-Papier zu Amoris laetitia ist Modell für weitere „heikle“ Situationen


Dom zu Limburg. Foto: Phantom3Pix, CC-BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Das Dokument „,Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche‘ – Einladung zu einer erneuerten Ehe- und Familienpastoral im Licht von Amoris laetitia“ der „Deutschen Bischofskonferenz, in welchem die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene in Einzelfällen geöffnet wird, ist keine Woche alt und schon fordern Progressisten eine weitergehendere Liberalisierung.

„Der Sonntag“, die Kirchenzeitung für das Bistum Limburg, ist der Auffassung, das Papier der Deutschen Bischofskonferenz, das dem Gewissen des Einzelnen eine entscheidende Rolle zumisst, könnte „ein Modell für andere knifflige Fragen“ sein.


Das Bistumsblatt schreibt am 5. Februar 2017: „Die Diskussion wird kommen, ob sie nicht auch unverheiratete oder homosexuelle Paare betrifft, die in dem aktuellen Papier freilich nicht erwähnt werden.“

Es ist also gut möglich, dass die Deutsche Bischofskonferenz mit ihrem neuesten Dokument die Büchse der Pandora geöffnet hat. Jedenfalls werden sich die stets unersättlichen Progressisten nicht mit dieser Liberalisierung begnügen.

Schon im Vorfeld der Synode haben reformorientierte ultraliberale Bischöfe und Theologen immer wieder eine allgemeine Lockerung der Ehe- und Sexualmoral gefordert. Die Kirche sollte ihre Ansichten bezüglich Verhütungsmittel, gleichgeschlechtliche Partnerschaften und „wilden Ehen“ ändern. Kurz: Die Kirche sollte die Agenda der sexuellen Revolution übernehmen und ihre eigene Morallehre einstampfen.

Es gibt aber keinen Grund, wieso das neue Papier nur für den Bereich „Ehe und Sexualität“ modellhaft sein soll. Wieso sollte das Gewissen des Einzelnen nicht generell ausschlaggebend sein?

Was wohl passieren wird, wenn Kirchensteuer-Verweigerer die Sakramente empfangen möchten und sie diese Entscheidung mit ihren Gewissen begründen?

Freitag, 3. Februar 2017

Hamburgs Kitas werden zu totalen Gender-Einrichtungen

Hamburger Rathaus. Foto: Daniel Schwen, Wikimedia Commons Lizenz CC BY-SA 2.5
Die Hamburger Bürgerschaft hat vor wenigen Tagen einen „Aktionsplan des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg für Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“ beschlossen.

Was der Aktionsplan für Kindertagesstätten und Schulen vorschreibt, ist dermaßen radikal, dass ein Kommentieren kaum noch nötig ist um zu erkennen, in welchem Maße die Kinder entsprechend der Gender-Ideologie geformt werden sollen. Der Aktionsplan hat das Bestreben, Kitas zu Gender-Indoktrinationsstätten zu machen. Die Missachtung des Elternrechts auf Erziehung ist eklatant und erinnert an die Diktaturen des XX. Jahrhunderts. 

Hier einige der wichtigsten Zitate aus dem
Kapitel „Kindertagesbetreuung“ (Seite 14) im 64seitigen Aktionsplan:

„In den Bildungsempfehlungen ist auch beschrieben, dass Kindern Erfahrungen mit Unterschieden ermöglicht werden sollen. Dies schließt insbesondere auch Erfahrungen mit Menschen ein, die anders aussehen oder sich anders verhalten als Menschen, die ihnen bisher vertraut sind. . . . Auch Fragestellungen der geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierung sollen dort Berücksichtigung finden.“

Um dies zu bewerkstelligen, sollen Fachkräfte besonders geschult werden:

„Fachkräfte der Kindertagesbetreuung . . . Um sicherzustellen, dass diese Themen [gemeint ist sexuelle Vielfalt, Gender etc.] ausreichende Berücksichtigung finden, sollen die entsprechenden Bildungspläne und schulischen Curricula erweitert bzw. ergänzt werden. Zur Vereinbarung einer verbindlichen und qualifizierten Berücksichtigung wird eine Arbeitstagung mit den Abteilungs- und Schulleitungen der sozialpädagogischen Fachschulen durchgeführt.“

„Die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte wird durch die >Leitlinien für eine geschlechtsbewusste Jungenarbeit und eine geschlechterbewusste Jungenpädagogik< sowie die >Leitlinien für die Mädchenarbeit und Mädchenpädagogik< unterstützt, die bereits eine gute Grundlage für eine geschlechtersensible Kinder- und Jugendarbeit bieten. Wichtig ist, auch in den Fortbildungsveranstaltungen zur Umsetzung dieser Leitlinien die Themen Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung aufzugreifen. Darüber hinaus gilt es auch, das Fachkräftepersonal in Form von spezifischen Fortbildungen weiter für diese Themen zu qualifizieren.“

Der „Aktionsplan“ sieht Maßnahmen für sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens vor: Schule, Sport, Sicherheit, Festlichkeiten, Arbeitswelt, Kultur etc. Gender soll praktisch zum Leitprinzip des Lebens im Hamburg werden.
 

Unsere Seite in Facebook ist inzwischen ein sehr wichtiges Informationsmedium unserer Aktion "Kinder in Gefahr" geworden. Für ein "Gefällt mir" wären wir sehr dankbar: https://www.facebook.com/aktionkig/?fref=ts

Donnerstag, 2. Februar 2017

Ist weltweit nur die Deutsche Bischofskonferenz papsttreu?

Kardinal Kasper triumphiert zurzeit  (Foto: Mathias von Gersdorff)
Die FAZ vom 2. Februar 2017 schreibt: „Alle anderen Bischofskonferenzen der Welt werden sich nun fragen müssen, mit welchen Argumenten sie dem Papst in dieser Frage [der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene] die Treue verweigern“.

Ganz neue Zeiten: ausgerechnet die deutschen Bischöfe als Modell der Papsttreue!

Klingt zwar unglaublich - fast grotesk - ist aber die logische Konsequenz aus der Debatte um die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, die seit Anfang 2014 die innnerkirchliche Diskussion dominiert.

Der Autor des obigen Artikels, Daniel Deckers, beschreibt in geradezu pathetischen Worten, wie die deutschen Bischöfe kämpfen und welches Unverständnis sie erleiden mussten, um den wiederverheirateten Geschiedenen die Kommunion erteilen zu dürfen:

„Dreimal wurden die drei (gemeint sind die Bischöfe von Mainz, Freiburg und Rottenburg-Stuttgart Karl Lehman, Oskar Saier und Walter Kasper) vor die vatikanische Glaubenskongregation zitiert und am Ende von deren Chef Kardinal Ratzinger implizit der Häresie geziehen: Ihre Position sei „mit der Lehre der Kirche unvereinbar“.“

Und nun: „Im vergangenen Jahr machte sich Papst Franziskus in seinem Schreiben Amoris laetitia die Einsichten der drei Bischöfe zu eigen.“

Nach einem Leidensweg von nahezu 25 Jahren stellt sich also nun heraus: Die eigentlich Papstreuen sind doch die Deutschen! Sobald Kardinal Walter stirbt, wird sich Daniel Deckers wohl für seine Heiligsprechung einsetzen.

Was wie eine Vorlage für einen Spielfilm à la >Walter Kasper: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen“< klingt, ist in Wahrheit ein bizarres Spektakel, das den „normalen“ Gläubigen ratlos hinterlässt. Dieser stellt sich zunehmend folgende Fragen:

* Was gilt noch von dem, was immer gegolten hat?
* Wie kann es sein, dass eine Lehre, die drei Sakramente betrifft (Eucharistie, Buße und Ehe), einfach so geändert wird?
* Hatten die deutschen Bischöfe tatsächlich die ganze Zeit recht und wurden sie verfolgt? Sind Bischöfe wie Kardinal Marx oder Kardinal Kasper jetzt das Modell für die ganze Kirche?
* Warum gibt es so viele widersprüchliche Interpretationen zu einem Papstschreiben?


Diese und weitere Fragen bzw. dieser Zweifel verbreiten sich beim Kirchenvolk immer mehr. Sie dürfen sich nicht in der Hoffnung wiegen,  dass sie bald klare Antworten erhalten werden.

Man kann auch nicht voraussehen, wie sich diese Sache entwickeln wird. Kardinal Gerhard Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, hat vor wenigen Tagen in der italienischen Zeitschrift „Il Timone“ die traditionelle Lehre bekräftigt. Hört aber noch jemand auf ihn? Haben seine Worte praktische Wirkung, wenn Bischöfe sowieso dabei sind, ihre eigenen Fakten zu schaffen?

Klarheit würde etwa die Beantwortung der Zweifel seitens der vier „Dubia-Kardinäle“ ermöglichen. Doch nur Papst Franziskus kann diese Fragen beantworten und somit dafür sorgen, dass die Gläubigen von ihren Zweifel und Sorgen befreit werden. Doch es sieht nicht danach aus, dass es so kommt.